Wuppertal/Solingen: Verletztes Frühchen: Apotheke durchsucht
VON BERND BUSSANG UND MARTIN OBERPRILLER - zuletzt aktualisiert: 24.02.2012 - 16:08Wuppertal/Solingen (RPO). Im Fall des durch eine falsche Dosierung von Augentropfen schwer verätzten Frühchens Linus aus Solingen hat die Staatsanwaltschaft am Freitag eine Apotheke in Köln durchsucht. Wie die Wuppertaler Behörde unserer Redaktion mitteilte, soll es sich um die Zulieferapotheke der betroffenen Wuppertaler Klinik St. Anna handeln.
„Die Apotheke verhielt sich sehr kooperativ“, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft.
Zwei weitere Neugeborene, ein Junge und ein Mädchen, sind betroffen, doch sind deren Verletzungen weniger schwer. Der zu früh geborene und gerade mal wenige Wochen alte Junge war mit einem laut Klinikunterlagen 1000-fach zu hoch dosierten Wirkstoff eines Konservierungsmittels auf beide Augen beträufelt worden. Er wird derzeit mit einem besonderen Verfahren behandelt, bei dem Eihaut aus der Fruchtblase einer Frau auf die verletzten Augen gelegt wird, um auf diese Weise möglichst viel Sehkraft zu erhalten. Ein zweiter Eingriff in dem „prozesshaften Verfahren“ wurde nach Auskunft der Klinik jedoch am Freitag auf die kommenden Tage verschoben. Prognosen dazu, ob auf diese Weise die Sehkraft des Jungen erhalten bleiben könnte, gab die Klinik aber nicht.
Die St. Anna Klinik hatte nach eigenen Recherchen angedeutet, dass die Falschdosierung der Augentropfen durch möglicherweise falsche Mengenangaben sowie unzureichende Kontrollen der Apotheke verursacht wurde. Gegen konkrete Personen aus der Klinik werde derzeit noch nicht ermittelt, sagte am Freitag der Sprecher der Staatsanwaltschaft.
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