Solingen: Verzichtet Kesseler auf den CDU-Parteivorsitz ?
VON ANDREA RÖHRIG - zuletzt aktualisiert: 23.07.2009Solingen (RPO). Der Parteichef der Solinger CDU, Fabian Kesseler, hüllt sich in Schweigen, wenn er gefragt wird, ob er beim CDU-Parteitag, der im September über die Bühne laufen muss, noch einmal für den Vorsitz kandidieren wird. Seine Antwort – auch gestern – lautet immer gleich: Solche Fragen werde er erst nach der Kommunalwahl beantworten. Und so kommt es nicht von ungefähr, dass die Vermutungen über Kesselers weitere Zukunft ins Kraut schießen: Will er Büroleiter eines möglichen Oberbürgermeisters Norbert Feith werden? Diese Funktion würde mit einem politischen Amt nicht zusammenpassen.
Nach Informationen unserer Zeitung hat es am Dienstagabend – nach dem Treffen des geschäftsführenden Vorstandes von Partei und Fraktion – ein Gespräch im ganz kleinen Kreis gegeben, bei dem Fabian Kesseler geäußert haben soll, dass er sich vorstellen könne, nicht mehr anzutreten. Einen "Preis" dafür habe er aber nicht genannt, heißt es aus CDU-Kreisen.
Dort hofft man aber darauf, dass ein starker Parteichef nach der Kommunalwahl am 30. August in die Verhandlungen mit einem Koalitionspartner geht, denn an eine absolute Mehrheit glauben die Solinger Christdemokraten nicht. Als "absurd" bezeichnete Alexander Felsch, dass er als möglicher Nachfolger als Parteichef genannt worden sein soll. Felsch: "Meine Mittelfrist-Planung ist eine ganz andere. Wir haben mit Fabian Kesseler einen ordentlichen Parteivorsitzenden, der hoffentlich für eine Wiederwahl zur Verfügung steht." Felsch war bei der Aufstellung der CDU-Kandidaten für die Kommunalwahl abgestraft worden, weil er bei einigen CDU-Terminen und Ratsssitzungen beruflich verhindert gewesen war.
In der Partei rumort es wegen des nicht immer glücklichen Führungsstils des 35-Jährigen. Übrigens nicht erst seit der Niederlage von Kesseler bei der Kampfabstimmung um die CDU-Bundestagskandidatur gegen seinen Wuppertaler Herausforderer Jürgen Hardt im vergangenen Herbst – obwohl der Solinger dort auf dem Papier eine komfortable Mehrheit hatte.
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