Solingen: Viele Unfälle durch Raser
VON ANNEMARIE KISTER-PREUSS - zuletzt aktualisiert: 10.02.2010Solingen (RPO). 4898 Verkehrsunfälle, drei Tote, 579 Verletzte – davon 63 verletzte Kinder – sind die bittere Bilanz der Unfallstatistik 2009, die die Polizei gestern in Wuppertal vorgestellt hat.
"17 Verkehrstote, sechs mehr als im Jahr 2008, das ist eine Zahl, die uns wehtut." Die neue Polizeipräsidentin Birgitta Radermacher konnte bei ihrer ersten Präsentation der Jahres-Unfallstatistik keine Erfolgsmeldungen verkünden.
Denn entgegen dem Trend in NRW sind die Unfallzahlen im bergischen Städtedreieck angestiegen. Allerdings, so Polizeidirektor Dittmar Hoga, lagen die Zahlen 2008 auch auf einem besonders niedrigen Niveau. "Dennoch, wir leben immer noch in einer sehr verkehrssicheren Region in NRW", sagte der Direktionsleiter Verkehr gestern im Wuppertaler Polizeipräsidium bei der Erläuterung der Zahlen.
Dass in Solingen im vergangenen Jahr auch 63 Kinder verletzt wurden, wiegt besonders schwer. 20 von ihnen kamen zu Schaden, als sie im Auto saßen. "Achten Sie gut darauf, dass die Kinder im Auto immer gesichert sind. Anschnallen ist wichtig, auch wenn Sie nur mal eben vier Kinder zur Schule oder in den Kindergarten fahren wollen", appellierte Dittmar Hoga an alle Eltern. "Wer keine Sicherung für vier Kinder im Auto bieten kann, muss eben zwei Mal fahren."
Unfallursachen
Überhöhte Geschwindigkeit war in Solingen im vergangenen Jahr die Hauptunfallursache.
Außerdem war eine massive Zunahme bei den verletzten Fußgängern zu beklagen: Die Zahl erhöhte sich um ein Viertel im Vergleich zum Jahr 2008.
Traurige Bestätigung dieser Statistik gab es am Sonntag, als ein Fußgänger getötet wurde. Der Fahrer des Wagens, der ihn erfasste, war vermutlich zu schnell.
Bei 50km/h keine Chance
Wichtiges Anliegen der Polizei in diesem Jahr ist es, bei Autofahrern ein Bewusstsein für angepasste Geschwindigkeit zu erzeugen. "Wir müssen das Niveau senken", sagt Dittmar Hoga und erinnert: "Wenn ein Fußgänger von einem Auto erfasst wird, dass 50 Stundenkilometer fährt, hat er nahezu keine Überlebenschance, wenn das Fahrzeug nur 30 fährt, steigen seine Chancen erheblich." Vor allem im Bereich von Schulen wird die Polizei auch in diesem Jahr verstärkt kontrollieren. 2009 wurden im Rahmen dieser Aktionen im bergischen Städtedreieck von 193 055 gemessenen Fahrzeugen 12 232 Fahrer verwarnt.
Sorge bereitet der Polizei neben den verunglückten Kindern auch die Zahl der Senioren, die zu Unfallopfern werden. Die zusammen mit den Verkehrsbetrieben organisierten Bustrainings für ältere Menschen sind hier ebenso eine Maßnahme wie die Teilnahme der Polizei an der Seniorenmesse Aktivia. "Man muss zum Beispiel vermitteln, dass man es im Bus wie im Flugzeug halten soll und erst aufsteht, wenn der Bus steht. Dann ist die Gefahr eines Sturzes gebremst", erläutert Dittmar Hoga. Ein neues Projekt zur Fußgängersicherheit startet die Polizei am 12. März. Die meisten Fußgänger wurden im vergangenen Jahr auf der Bonner Straße, der Focher Straße und der Kölner Straße (allein drei im Bereich des Busbahnhofes) verletzt.
Alkohol und Drogen
Ihr Augenmerk wird die Polizei in den kommenden Tagen auf Alkoholkontrollen legen und die Überprüfung, ob ein Fahrzeugführer Drogen genommen hat. Im vergangenen Jahr wurden 108 Fahrer erwischt, die unter Alkohol fuhren. Bei 24 Fahrern wurde Drogenkonsum nachgewiesen.
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