Solingen: Von der Trasse ins Tal
VON ANNEMARIE KISTER-PREUSS - zuletzt aktualisiert: 05.09.2009Solingen (RPO). Mit einem neuen Tourismuskonzept sollen Tagesgäste und Kurzurlauber ins Bergische Land gelockt werden. Auch Radtouristen hat man im Visier, für sie soll die Korkenziehertrasse mit Burg und Müngsten verbunden werden.
Die Korkenziehertrasse, aber auch die Nordbahntrasse und die Sambatrasse in den umliegenden Städten haben bewiesen: Radeln kann auch im Bergischen Land Spaß machen und ist nicht nur etwas für Extremsportler. Daher hat die Bergische Entwicklungsagentur neben Geschäftsreisenden und Wochenendurlaubern künftig verstärkt auch Radtouristen im Blick. Für sie, so die Planung, die Annette Nothnagel den Mitgliedern der Bezirksvertretung Burg / Höhscheid jetzt vorstellte, sollen neben den Trassen aber auch die touristischen Anziehungspunkte Müngsten und Burg angebunden werden. So soll die Korkenziehertrasse über die alte Straßenbahntrasse bis Müngsten angebunden werden. Von dort kann bis nach Unterburg geradelt werden, doch dann steht der Radtourist vor dem Problem, nach Oberburg zu kommen. Auch darüber hat man sich bei der Entwicklungsagentur Gedanken gemacht. Es dürfe kein Problem sein, so Annette Nothnagel, die Räder mit der Seilbahn zu transportieren, Betreiber Hans Irlenbusch unterstützt das Vorhaben. Man könne die Räder zum Beispiel an Haken hängen oder in einem Gitterkäfig nach oben und unten transportieren. "Wir wollen das Bergische Land vom weißen Fleck zum Anziehungspunkt für Radtouristen umwandeln", erläuterte Annette Nothnagel den Bezirksvertretern in ihrer letzten Sitzung vor der Neukonstituierung.
Doch nicht nur Radtouristen sollen verstärkt ins Bergische geholt werden. Familien, Wandergruppen und Geschäftsreisenden habe man viel zu bieten. Dafür soll künftig kräftig die Werbetrommel gerührt werden. Die Müngstener Brücke mit ihrer faszinierenden Technik, der Brückenpark, das Burger Schloss als Ort mystischen Mittelalterlebens mit erlebbarer Geschichte, das alles seien Attraktionen, mit denen die Region punkten könne.
Doch es muss besser und mehr dafür geworben werden, denn bislang liegt das Bergische Land unter den zwölf touristischen Regionen in Nordrhein-Westfalen an vorletzter Stelle, was die Zahl der Übernachtungen angeht.
Die Holländer abfangen
Dass man mit Werbung etwas erreichen kann, so Annette Nothnagel, zeige sich am Beispiel Ruhrgebiet, wo die Zahl der Besucher in den letzten 15 Jahren um 25 Prozent gesteigert worden sei. "Wir sind die ersten Berge hinter der niederländischen Grenze, wir müssen die Holländer abfangen, bevor sie im Sauerland landen", sagte Nothnagel, zuständig bei der Bergischen Entwicklungsagentur für Tourismus und Standort-Marketing.
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