Solingen: Von Gräfrath ins Capitol
VON MAXINE HERDER - zuletzt aktualisiert: 04.11.2009Solingen (RPO). Im Familienmusical "Vom Geist der Weihnacht" im Düsseldorfer Capitol Theater spielt die
Gräfratherin Mariel Sousa die Rolle der Debbie. "Ich liebe den Nervenkitzel auf der Bühne", sagt die 17-Jährige.Die Geschichte vom geizigen Ebenezer Scrooge, der erst durch den Geist seines verstorbenen Geschäftspartners Jacob Marley zu Menschlichkeit und Nächstenliebe zurückfindet, kennt Mariel Sousa ganz genau. "In Amerika, wo ich einen Teil meiner Kindheit verbracht habe, ist diese Geschichte, die auf Charles Dickens ‚A Christmas Carol' beruht, zur Weihnachtszeit sehr typisch", erzählt die 17-Jährige. Im Familienmusical "Vom Geist der Weihnacht", das an Dickens Weihnachtsgeschichte angelehnt ist und ab 26. November auf der Bühne des Düsseldorfer Capitol Theaters gezeigt wird, spielt sie die Rolle der Debbie - der Schwester des kleinen Tim Cratchit, der auf Krücken angewiesen ist und dringend Hilfe benötigt.
Sie liebt den Nervenkitzel
Ausgewählt wurde die Elftklässlerin für ihre Rolle im Rahmen eines mehrstündigen Castings in Düsseldorf Anfang Oktober. "Es haben sich über 150 Jugendliche für die sechs Rollen beworben", weiß sie, "wir mussten zwei Texte und ein Lied auswendig lernen und vorführen." Sie freue sich sehr, dass sie dabei sein darf, denn sie liebt einfach den "Nervenkitzel auf der Bühne".
Mariel Sousa weiß, wovon sie spricht: Seit fünf Jahren singt sie in der ChorAkademie Bergisch-Land und hat bereits mehrere große Auftritte, unter anderem auf der Bühne im Solinger Theater, absolviert. "In der vergangenen Woche hatten wir die erste Probe für das Musical", erzählt sie begeistert und blättert nebenbei durch das Textheft, dass sie bekommen hat. "Meine Rolle hat weniger gesprochenen, dafür mehr gesungenen Text", erzählt sie. Singen, sagt die Schwertstraßen-Schülerin, mache ihr einfach unheimlich viel Spaß. "Ich genieße es zum Beispiel sehr, meine Stimme mit klassischen Stücken zu steigern und zu erweitern." Das vergangene Schuljahr hat sie bei ihren Großeltern im amerikanischen Rhode Island verbracht, "da hat mir das Singen total gefehlt." Umso begeisterter steht Mariel hinter ihrer neuen Aufgabe. Ein paar Mal habe sie sich die Texte und Lieder bereits durchgelesen, richtig auswendig gelernt aber noch nicht. "Ich kann mir die Texte besser merken, wenn ich sie im Wechsel mit den anderen Schauspielern spreche", sagt die 17-Jährige. Die Proben finden fortan mindestens einmal in der Woche statt – Zeit, die Mariel gerne aufbringt. Am meisten freut sie sich auf den Applaus, auf den Moment, in dem alles vorbei ist. "Dann hat man wirklich was geschafft, etwas durchgezogen, das Gefühl ist einfach toll." Bis dahin jedoch liegt noch eine Menge Arbeit vor der jungen Solingerin. "Ich weiß noch gar nicht genau, an welchen Tagen ich auftrete", sagt sie. Die Weihnachtszeit sei für sie im Moment noch ziemlich weit weg. Nur eins steht schon fest: "Ich bestehe darauf, dass meine ganze Familie und alle meine Freunde zu meiner Aufführung kommen", sagt Mariel. Und noch etwas weiß die junge Frau ganz genau: Dass sie beruflich einmal etwas ganz anderes machen will. "Ich möchte Medizin studieren, am liebsten in Heidelberg."
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