Solingen: "Waffenrecht muss nicht verschärft werden"
VON SUSANNE GENATH - zuletzt aktualisiert: 23.09.2010Solingen (RPO). Nach dem Amoklauf in Lörrach – die Täterin war Mitglied in einem Schützenverein – werden Überlegungen laut, das Waffenrecht in Deutschland zu verschärfen. Doch davon hält Katja Blos überhaupt nichts. "Die derzeitigen Gesetze sind völlig ausreichend", sagt die 37-jährige Solingerin, die Mitglied in der Ohligser Schützengemeinschaft 1875/1903 ist und im Kader des Deutschen Schützenbundes schießt.
"Sie müssten nur besser kontrolliert werden." Das sei jedoch nicht machbar, wenn gleichzeitig die Zahl der Polizisten immer weiter gesenkt werde.
"Die Amokläuferin in Lörrach hätte gar keine Waffe mehr besitzen dürfen, weil sie schon anderthalb Jahre nicht mehr geschossen hatte", erklärt Blos. Dabei müsse jeder Sportschütze für die Waffenbesitzkarte jährlich nachweisen, dass er die Waffe auch benötige. "Nach Ablauf von Besitzkarten oder beim Tod von Waffenbesitzern müssten die Beamten gleich überprüfen, was mit den Gewehren oder Pistolen passiert ist", findet die Mutter von zwei Kindern.
Sie hätte auch nichts dagegen – wie von einigen gefordert –, von scharfen Waffen auf Laserzielgeräte umzustellen. "Mir bringt der Sport Konzentration, Ruhe und Kraft, das wäre auch mit Lichtschüssen möglich", sagt sie. Doch sei die Technik noch nicht so weit, dass man damit auch Wettkämpfe bestreiten könne.
Rund 37 000 Kurz- und Langwaffen sind nach Angaben von Polizeihauptkommissar Peter Schier in Solingen, Remscheid und Wuppertal registriert. Von dem Vorschlag, dass Schützenvereine ihre Waffen an einem Ort aufbewahren sollen, hält er gar nichts. "Wie wollen Sie so einen Ort denn schützen?", fragt er. Bei den Privatleuten sei die Zahl der Waffenbesitzer ohnehin rückläufig. Denn seit einigen Jahren dürften Pistolen und Gewehre nur noch in einem speziellen Waffenschrank aufbewahrt werden. "Viele scheuen diese Anschaffung und geben ihre Waffen freiwillig ab."
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