Solingen: Was passiert bei falschem Feuer-Alarm?
VON MATTHIAS KNISPEL - zuletzt aktualisiert: 22.03.2010 - 23:00Solingen (RPO). Schlägt ein automatischer Brandmelder im Krankenhaus oder einem städtischen Altenheim wie dem Gräfrather Eugen-Maurer-Haus Alarm, rückt die Feuerwehr laut Brandoberinspektor Frank-Michael Fischer in voller Besetzung an. Erweist sich der vermeintliche Großeinsatz schließlich als falscher Alarm, ist zunächst einmal die Erleichterung bei allen Beteiligten groß. Dennoch stellen sich Fragen: Wie konnte das passieren? Und wer bezahlt das Anrücken der Hilfskräfte?
Feuerwehr-Chef Fischer unterscheidet zwischen zwei Arten von mit Rauchmeldern ausgestatteten Gebäuden: einmal die Melder in Privathäusern, zum anderen solche in Gebäuden, die laut Landesbauordnung respektive Sonderbauverordnung zur einer Ausrüstung mit automatischen Alarmsystemen verpflichtet sind. Und Krankenhäuser gehören laut Feuerwehr-Sprecher Michael Stachelhausen ebenso wie Altenheimein letztere Kategorie.
"Bei den privaten Hausmeldern entstehen bei Fehlalarm grundsätzlich keine Kosten", sei es doch geradezu im Interesse der Feuerwehr, die Stadt flächendeckend mit solchen Systemen auszustatten. Als gutes Beispiel nennt Fischer die Wohnsiedlungen des Spar- und Bauvereins. Im Falle der Sonderbauten sehe die Sache etwas anders aus: "Dabei prüfen wir jeden Einzelfall", sagt der ranghöchste Feuerwehrmann der Stadt.
Sei beispielsweise im Klinikum eine Baufirma mit Schweißarbeiten beschäftigt und vergesse dabei, die Melder abzudecken oder die Linien zu unterbrechen, so könne sie im Falle eines ausgelösten Alarms haftbar gemacht werden. Und zwar mit einer Pauschalzahlung von rund 440 Euro, einem Betrag, der die Kosten eines eingeleiteten Großeinsatzes allerdings nicht decke. Bei vorsätzlicher Manipulation des Melders müsse der Verursacher ferner mit einer Strafe rechnen.
Pauschale von 440 Euro wird fällig
"Wir haben mit unseren Ausrüsterfirmen einen Wartungsvertrag, nach dem die Melder regelmäßig ausgetauscht werden", sagt Peter Knoch, Betriebsleiter der städtischen Altenheime auf Anfrage. Das Problem mit den Bauarbeiten vor Ort kann er bestätigen, bei technischem Versagen müsse allerdings das Altenheim selbst, nicht der Hersteller der Anlagen für den Feuerwehr-Einsatz haften. "In der Regel haben wir in den drei städtischen Altenheimen zwei Fehlalarme pro Jahr."
Dirk Gutknecht ist Haustechniker im Eugen-Maurer-Haus in Gräfrath und erklärt die Funktionsweise der dort installierten Melder: "Aus Sicherheitsgründen haben wir sie in Gruppen geschaltet." Schlage nur ein Melder an, sei dies lediglich ein stiller Alarm. Beim zweiten Melder – er befinde sich in unmittelbarer Nähe zum ersten – gehe dann das Signal über die Brandmeldezentrale hinaus und alarmiere die Hilfskräfte.
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