Solingen: Weihnachtsgeld – wie viel?
VON GÜNTER TEWES - zuletzt aktualisiert: 28.11.2007Solingen (RPO). Es ist eine vorgezogene Bescherung fürs Fest: das Weihnachtsgeld. Wer bekommt zum Gehalt noch Sonderzahlungen? Unser Überblick zeigt, dass Firmen dies zum Teil ganz unterschiedlich regeln.
Heißer Draht
Wie großzügig ist Ihr Arbeitgeber beim Weihnachtsgeld? Wie sind die Sonderzahlungen in ihrem Betrieb geregelt? Ihre Erfahrungen interessieren uns am Heißen Draht in die Morgenpost-Redaktion.
Schreiben Sie uns im Online-Forum (www.rp-online.de/solingen) oder rufen Sie uns an unter Telefon: 2 22 03 10.
In punkto Sonderzahlungen zum Gehalt hat Michael Kölker, Chef von Forst Technologie an der Schützenstraße, eine klare Position. „Wir zahlen das komplett – so, wie das im Tarifvertrag geregelt ist.“ Es gebe generell keine Abstriche bei den tariflichen Zulagen.
Der Räummaschinen-Spezialist mit 150 Mitarbeitern zahlt 55 Prozent Weihnachtsgeld, errechnet aus dem Durchschnitt des Gehaltes der letzten sechs Monate. „Wir brauchen qualifizierte Mitarbeiter.“ Kölker ist überzeugt, dass Sonderzahlungen helfen, diese an die Firma zu binden. „Wenn ein Unternehmen Erträge erwirtschaftet, sollten auch die Mitarbeiter etwas davon haben.“ Er findet es nicht gut, wenn Unternehmer an den vereinbarten Sonderzahlungen knapsen.
Die weihnachtliche Sonderzuwendung schließt bei bei der Stadt Solingen das Urlaubsgeld mit ein und fällt für Beamte und Angestellte unterschiedlich aus. Die gut 1000 Angestellten der Kernverwaltung werden nach Einkommen gestaffelt bedacht. Bemerkenswert: Wer am wenigsten verdient, bekommt das höchste Weihnachtsgeld, nämlich 90 Prozent eines Monatsgehaltes.
Bei mittleren sowie höheren Dienstgruppen beträgt dieses nur noch 80 beziehungsweise 60 Prozent. Bei Beamten sieht es ähnlich aus, allerdings bekommen die unterm Strich weniger. 45 Prozent des Monatsverdienstes gibt es im mittleren Dienst; die Beamten des gehobenen und des höheren Dienstes bekommen 30 Prozent ihrer Bezüge. Bei den Stadtwerken knüpft das Weihnachtsgeld ebenfalls an den Tarifvertrag an. Die Mitarbeiter erhalten mit dem Novembergehalt 82,14 Prozent des Monatslohns, teilt Sprecherin Sabine Sander mit.
„Bei uns wird über Tarif gezahlt“, sagt Manuela Rodorff, Filialleiterin bei C & A. Das Modehaus am Neumarkt in der City mit 46 Mitarbeitern zahlt 70 Prozent des Monatslohns als Weihnachtsgeld. Der Einzelhandels-Tarifvertrag sieht 6,5 Prozent weniger vor.
Bei der Stadt-Sparkasse gibt es kein Weihnachtsgeld mehr. Zusammen mit dem Urlaubsgeld und der Überstundenpauschregelung sei das vor zwei Jahren abgeschafft worden, berichtet Vorstandschef Lothar Heinemann. Stattdessen haben Personalrat und Vorstand auf der Basis des Tarifvertrages eine Sparkassen-Sonderzahlung vereinbart. Sie wird im Frühjahr ausgezahlt und enthält ein zusätzliches Monatsgehalt. Ein weiteres ist möglich. Das ist abhängig vom Geschäftsergebnis des Geldinstituts und der Leistung des einzelnen Mitarbeiters im vergangenen Jahr.
Bauunternehmer Kai Buschhaus befolgt mit seinem 14-Mitarbeiter-Betrieb den Tarifvertrag des Bauhauptgewerbes. Dieser sieht im Prinzip einen 13. Monatsverdienst vor, der jeweils zur Hälfte mit dem November- und dem Aprilgehalt überwiesen wird. Grund: Den zahlreichen kleineren Familienbetrieben soll zum Jahresende eine doppelte Lohnzahlung erspart bleiben.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum



