Solingen: Wie wird man Schauspieler?
VON ANNEMARIE KISTER-PREUSS - zuletzt aktualisiert: 15.01.2009Solingen (RPO). Die Kinder der Grundschule Südstraße hatten viele Fragen an die Mitglieder des Solinger Stadtensembles, die zur Nachbereitung des Kinderstücks "Der Sturm" in dieser Woche in Solinger Schulen Rede und Antwort standen.
Als Musiker Mutz vorgestellt wird, ging ein anerkennendes "ahhh" durch die Reihen. Noch gut erinnern sich die Kinder aus den Klassen 3b, 4a und 4b der Grundschule Südstraße nicht nur an das turbulente Geschehen auf der Theaterbühne, sondern auch an die eigens für das Stück komponierte Musik von Mutz und Ulf Seiffert. Auch die beiden Musiker sind Mitglieder des Solinger Stadtensembles, das in dieser Woche in Solingens Schulen unterwegs ist. Wie schon beim Sommernachtstraum im vergangenen Jahr, standen Musiker, Darsteller und Regisseur Michael Tesch zur Nachbereitung in den Schulen Rede und Antwort. In diesem Jahr war wieder ein Shakespeare kindgerecht aufgearbeitet und vom Stadtensemble auf die Bühne gebracht worden. Diesmal war es "Der Sturm", den in acht Vorstellungen mehr als 6300 Solinger Kinder gesehen hatten.
Viele Fragen der Grundschüler in dieser Woche befassten sich mit technischen Dingen, doch auch die Frage, wie man lange Texte auswendig lernt oder wie man Schauspieler wird, bewegte die Kleinen, deren Begeisterung neu aufflammte, als sich die Darsteller zu erkennen gaben. Bei Renate Kemperdick als Luftgeist Ariel stellte sich bei den Kindern die Frage, ob sie im Stück denn gut oder böse gewesen sei, Dajana Berkenkopf musste noch einmal mit der tiefen Stimme des Hexensohnes Caliban sprechen, und von Mira Gottfried, die den Spaßmacher Triculo verkörperte, wussten die Kinder: "Die hat einen von den beiden Behämmerten gespielt".
Wie ist der Mast gebrochen?
Eher technisch interessiert war bei der Schulfragestunde in der Südstraße Viertklässler Vittorio, der wissen wollte, wie so schnell die Bühnenbilder gewechselt wurden, und Nena interessierte sich dafür, wie der Mast des Schiffes auf der Bühne gebrochen ist. Aber auch täuschend echter Regen hat die Kinder während der Aufführung fasziniert. Regisseur Michael Tesch hat für alles eine Erklärung parat, erzählt von den fleißigen Heinzelmännchen der Theatertechnik und dass die Knalleffekte auf der Bühne nur möglich waren, weil die Feuerwehr in unmittelbarer Nähe der Bühne über die Sicherheit der kleinen Zuschauer und der Darsteller wachte.
Viele Fragen, viele Antworten
Nach einer Schulstunde haben die Kinder zwar noch immer viele Fragen auf der Seele, doch auch viele Antworten bekommen. Auch, dass es zum Jahresende wieder ein Kinderstück geben wird, aufgeführt vom Solinger Stadtensemble mit Darsteller des Ensemble Profan, der Theatergesellschaft Wohlgemuth und der Bühnenspiele Höhscheid. Und es wird wieder ein bekannter Stoff sein, der zu einem Stück voller spannender Abenteuer verarbeitet wird, so viel kann Michael Tesch schon mal verraten. Denn auch das ist ein Hintergrund für die Auswahl der Stücke: Den Kindern zu zeigen, dass auch ein 400 Jahre alter Stoff heute noch spannend ist.
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