Solingen: Wieder Streit um die vierte Gesamtschule
zuletzt aktualisiert: 06.02.2010Solingen (RPO). Alle Jahre wieder: Am Tag nach den Gesamtschul-Anmeldungen hat sich die Politik gestern strittig zu Wort gemeldet – angesichts von 279 Ablehnungen, die auch diesmal ausgesprochen werden müssen. SPD-Schulpolitikerin und Landtagsabgeordnete Iris Preuß-Buchholz sieht "das Thema vierte Gesamtschule ganz oben auf der Agenda". Angesichts der Sparzwänge sei ein Neubau allerdings "völlig ausgeschlossen", betonte sie. Daher "müssen wir in der Not intelligente Lösungen finden, etwa frei werdende Schulgebäude, mit deren Verwendung wir uns wegen der sinkenden Schülerzahlen in absehbarer Zeit ohnehin zu befassen haben". Auch die Linke fordert eine weitere Gesamtschule.
Sylvia Löhrmann, Vorsitzende der Grünen Landtagsfraktion, fordert "endlich eine Debatte über unser Bildungssystem – ohne Ideologie und Scheuklappen". Es könne doch nicht sein, betont sie, "dass wir Jahr um Jahr durch Studien, Gutachten, Befragungen bewiesen kommen, dass unser dreigliedriges Schulsystem sozial ungerecht und leistungsfeindlich ist." Durch das Turbo-Abitur sei die Durchlässigkeit faktisch unmöglich. "Das Gymnasium ist durch diesen Weg abgeschottet, nur das Abschieben nach unten funktioniert."
CDU-Schulpolitikerin Nicole Molinari will Solinger Schüler bei den Gesamtschul-Plätzen zuerst bedient sehen. "Diese müssen bei knappen kommunalen Finanzmitteln und begrenzten Plätzen eindeutig Vorrang genießen." Lediglich bei den Sportklassen der Walder Gesamtschule sei dies anders zu handhaben. Den Einbruch der Anmeldezahlen an der Scholle hat die CDU nach ihren Worten befürchtet, da mit dem Ausbau zur Ganztagsschule für Eltern die Halbtagsoption weggefallen sei. Molinari mahnt: "Wir sollten diese Signale ernst nehmen und auch in Solingen in Zukunft ein vielfältiges Schulangebot vorhalten."
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