Solingen: "Wir gehen in der Wupper baden"
VON PIA BERGMEISTER - zuletzt aktualisiert: 05.02.2010Solingen (RPO). Als einzige der Solinger Schulen nimmt die Hauptschule Central am diesjährigen Rosenmontagszug durch die Innenstadt teil. Mit ihrem Motto kritisieren die Schüler und Lehrer augenzwinkernd die Bäderpolitik der Klingenstadt.
Im Werkraum der Hauptschule Central stapeln sich 40 halbfertige Enten. Blaue Verpackungsmaterialien liegen auf dem Tisch. Im Foyer der Schule hüllen die Schüler Selbstgebackenes in Klarsichtfolie. "Das ist der ganz normale Wahnsinn bei uns so kurz vor Rosenmontag", lacht Michael Kogel. Der Kunstlehrer organisiert zusammen mit seiner ehemaligen Kollegin Bettina Grego die Vorbereitungen für den großen Auftritt der Schule beim Rosenmontagszug in der Innenstadt.
Bereits zum vierten Mal ist die Hauptschule dabei. Zudem ist sie die einzige Schule, die sich überhaupt an dem Solinger Zug beteiligt. "Es ist eine Menge Arbeit, die sich nur mit großem Einsatz aller Beteiligten und vielen Extrastunden bewältigen lässt", weiß Bettina Grego. Sie und Kogel haben sich schon kurz nach der vergangenen Session für ein Motto entschieden. "Damals war gerade die Diskussion um das Kombibad aktuell. Und da dies für die Bürger der Stadt und besonders für junge Menschen wie unsere Schüler ein wichtiges Thema ist, lautet unser Motto: Wir gehen in der Wupper baden!", erklärt der Kunstlehrer.
Damit möchte die Schule nicht nur auf das sprichwörtliche Versagen der Politik aufmerksam machen, sondern auch scherzhaft "eine günstige Lösung der Bäderfrage aufzeigen". Wie in den Jahren zuvor haben sich Schüler, Lehrer und Eltern viele Gedanken um den Auftritt der Schule gemacht. Dieser Ideenreichtum ist in der Vergangenheit bereits mit vielen Preisen ausgezeichnet worden.
Die Hauptschule Central ist gleich am Anfang des Zuges vertreten. "Wir bilden Gruppe zwei und drei", weiß Bettina Grego. Sie ist eigentlich mittlerweile an einer Hauptschule in Mettmann beschäftigt, lässt es sich aber nicht nehmen, auch den Solinger Kollegen zu helfen. "Dafür treten wir am Samstag vor Rosenmontag beim Zug der Mettmanner mit auf", erklärt Michael Kogel.
Vorangehen wird am Rosenmontag ein Kinderwagen, geschmückt mit einer großen Ente. "Die Enten sind in diesem Jahr unser Markenzeichen", sagt Kogel. Anschließend folgt die Gruppe der schuleigenen Samba-Trommler. Sie nimmt mit ihren Instrumenten in eigens für den Rosenmontag selbstgebauten Pappbooten Platz, selbstverständlich dekoriert mit einer Ente als Gallionsfigur. Es folgt die Gruppe der 40 Fußgänger. Jeder Mitwirkende steckt in einem weißen Maleranzug mit blauen Streifen und trägt einen selbstgebastelten Ring mit Entenkopf um die Taille.
Ergänzt wird das Ensemble von der Hauptschule Central durch blauen Kopfputz. Eine blaue Plastikfolie, in der die Läufer stehen, stellt das Wupperwasser dar. Auf dem folgenden Wagen, der als Aquarium gestaltet ist, fahren die Mütter, verkleidet als Nixen, mit. "Es ist ein einfach ein tolles Gemeinschaftserlebnis, ein Teil des Rosenmontagszuges zu sein, denn aus allen Bereichen des Schulalltages vom Werkunterricht bis zur Trommelgruppe ist etwas vertreten", sagt Michael Kogel. Er freut sich auf den großen Auftritt, den die Hauptschüler am Rosenmontag in der Klingenstadt haben werden.
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