Solingen: Wirtschaft erlebt kräftigen Aufschwung
VON UWE VETTER - zuletzt aktualisiert: 01.02.2011 - 16:08"Ungebremsten Optimismus“ macht der Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK), Friedhelm Sträter, bei den bergischen Unternehmen aus.
„Fast 90 Prozent der Unternehmen berichten von einer guten oder zufriedenstellenden Geschäftslage – die bergische Wirtschaft nimmt am deutschen XXL-Aufschwung teil“, erklärte Sträter gestern bei der Konjunktur-Pressekonferenz der Kammer.
An der jüngsten Umfrage der IHK hatten sich 294 Firmen mit mehr als 21 000 Beschäftigten beteiligt. Der anhaltende Aufschwung – „in Solingen herrscht Hochkonjunktur“ – sorgt dafür, dass der Geschäftslage-Index innerhalb eines Jahres von minus 42 um 78 Punkte auf plus 36 in die Höhe schnellte. „Die starke Belebung ist auf die guten Auslands- und Inlandsgeschäfte gleichermaßen zurückzuführen“, ergänzt IHK-Geschäftsführer Uwe Mensch. Zuversicht im Städtedreieck Auch für die kommenden Monate herrscht bei den Unternehmern im Städtedreieck Zuversicht.
Lediglich drei Prozent der Befragten rechnen mit einer Verschlechterung ihrer Geschäftslage, während der Rest davon ausgeht, dass sie auf dem erreichten Niveau verbleiben oder sich weiter verbessern wird. „Die bergischen Unternehmen freuen sich über steigende Umsätze und Betriebsergebnisse. Sie wollen deshalb mehr Personal einstellen und mehr investieren“, so Friedhelm Sträter. Allerdings gibt es Faktoren, die den Aufschwung behindern könnten. Friedhelm Sträter macht die bei den hohen Rohstoffpreisen, beispielsweise für Stahl oder Kupfer, aus. 84 Prozent der Industriebetriebe würden in der Entwicklung der Energie- und Rohstoffpreise das größte Risiko für ihre weitere wirtschaftliche Entfaltung sehen – auch das ein Ergebnis der Umfrage der Industrie- und Handelskammer.
Ein Drittel der Befragten sorgt sich zudem über höhere Arbeitskosten. Insbesondere in der Metall- und Elektrobranche stehen in Kürze Tarifverhandlungen an. Der IHK-Präsident hofft, dass die Tarifpartner „mit Augenmaß“ die Verhandlungen führen. Klar sei, höhere Löhne müssten „aus der Substanz“ bezahlt werden. Denn trotz des Aufschwungs seien die Umsätze „noch lange nicht auf Vorkrisenniveau“, ergänzt Uwe Mensch. Gleichwohl hat nicht nur die Industrie ordentlich Fahrt aufgenommen, sondern auch die anderen Wirtschaftszweige im Bergischen wie Verkehrsgewerbe, Großhändler, unternehmensnahe Dienstleistungen, das Gastgewerbe oder auch Banken und Sparkassen.
Kleine Einzelhändler klagen Demgegenüber profitieren bei den Einzelhändlern „leider nicht alle vom Aufschwung“, so die IHK. Beispielsweise gelinge es den Handelsunternehmen und größeren Unternehmen besser als den kleineren Betrieben, Kaufkraft abzuschöpfen.
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