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Solingen: Wurde einer der Täter erkannt?

VON GÜNTER TEWES - zuletzt aktualisiert: 07.11.2008 - 11:45

Solingen (RPO). Aktenzeichen XY – gelöst? Die vorgestern in der ZDF-Sendung ausgestrahlte Fahndung nach den beiden Einbrechern, die ein Ohligser Rentnerehepaar überfielen, könnte die Kripo einen entscheidenden Schritt weiterbringen. Noch am Abend nach „Aktenzeichen XY“ sind zehn Hinweise eingegangen, und gestern Vormittag fünf weitere, berichtet Polizeisprecher Michael Bartsch unserer Zeitung. Bundesweit hätten Fernsehzuschauer Hinweise zu dem Fahndungsaufruf gegeben, darunter aber auch aus Solingen. Diese beziehen sich hauptsächlich auf das Phantombild, also weniger auf die gezeigten Bilder vom gestohlenen Schmuck.

„Bis heute leidet das Ehepaar unter den Folgen des Überfalls“, mit diesem Satz endete der Solinger Beitrag. Er ist erst ganz zum Schluss von „XY“ ausgestrahlt worden. Der 78-jährige Überfallene hatte einem der Einbrecher im Kampf mit ihm die Maske vom Gesicht gezogen. Deshalb konnte das Phantombild gezeichnet werden.

„Wir gehen jedem Hinweis nach“

Ist dieser Täter jetzt erkannt worden? „Wir gehen jedem Hinweis nach.“ Nach Bartschs Worten ist derzeit noch nicht abzuschätzen, ob es sich bereits um eine heiße Spur handeln könnte. Zumal sich erfahrungsgemäß noch Tage nach einer derartigen Großfahndung Menschen mit sachdienlichen Hinweisen melden.

„Ein einziger Hinweis kann entscheidend sein“, sagt der Polizeisprecher. Deshalb messen die ermittelnden Beamten einen Fahndungserfolg auch nicht an der Zahl der Hinweise. „Der Idealfall wäre für uns natürlich, unmittelbar nach der Sendung die Täter festnehmen zu können.“ Bartsch stellt sich noch auf akribische, kriminalistische Detailarbeit ein. 1000 Euro Belohnung sind ausgesetzt für Hinweise, die zur Ergreifung der Täter führen.

„Aktenzeichen XY – ungelöst“ heißt der Fernseh-Klassiker. Ungelöste Kriminalfälle sind bei schweren Verbrechen allerdings eher die Ausnahme. „Bei Tötungsdelikten haben wir eine Aufklärungsquote, die gegen 100 Prozent geht“, sagt Polizeisprecher Bartsch. Die hier meist sehr aussagekräftige Spurenlage mit den DNA-Untersuchungen hilft der Kripo bei ihren Ermittlungen entscheidend weiter.

Dennoch: Zwei Tötungsdelikte in der Kreispolizeibehörde, die für Solingen, Wuppertal und Remscheid zuständig ist, konnten in den vergangenen Jahrzehnten nicht aufgeklärt werden. Der Fall Sigrid W.: Die gutsituierte 50-Jährige war Anfang der 80er-Jahre nach einem Spielcasino-Besuch tot in ihrer Wohnung in Wuppertal-Barmen gefunden worden. 1200 Gäste des Spielcasinos sind damals überprüft worden. Allerdings: DNA-Analysen gab es noch nicht. Mordfall Nummer zwei war eine kopflose Leiche im Kofferraum, die 1994 auf einem Autofriedhof entdeckt wurde, ebenfalls in Wuppertal-Barmen. Der Wagen war auf dem Weg in die Schrottpresse.

Quelle: RP

 
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