Solingen: Zehnjährige belastet Schulbusfahrer schwer
VON ANNEMARIE KISTER-PREUSS - zuletzt aktualisiert: 20.10.2011Solingen (RP). Für den Unternehmer, der früher als Taxis eingesetzte Kleinbusse zum Transport von Schulkindern einsetzt, ist es der tägliche "Ritt auf der Rasierklinge", wenn seine Fahrer mit den Kindern im Auto sind. "Die kleinen Kinder müssen zum Beispiel angeschnallt werden, dann fassen die Fahrer die Mädchen und Jungen natürlich an", sagt der 67-Jährige, während einer seiner ehemaligen Fahrer zusammengesackt auf der Anklagebank im Amtsgericht sitzt.
Denn der 58-jährige, inzwischen freigestellte Fahrer, soll eine Grundschülerin angefasst haben. Über das Ob, Wo und Wie konnte im Prozess keine Klarheit geschaffen werden, so dass es einen weiteren Verhandlungstag gibt.
Der Fahrer, selbst Vater und Opa, bestreitet vehement und unter Tränen, das Mädchen am Oberschenkel angefasst zu haben. Das Kind sagt, dies sei im vergangenen Jahr mehrfach vorgekommen, der Mann habe es über der Kleidung gestreichelt. Die Vorfälle sollen sich auf dem Heimweg von der Schule nach Hause ereignet haben, wenn das Kind alleine mit dem Fahrer in dem Kleinbus war und die anderen Kinder schon abgesetzt worden waren.
Der Fahrer erklärte gestern vor Gericht, das Mädchen, das aus einem entlegenen Stadtteil kam, habe meistens nicht vorne neben ihm, sondern hinten gesessen, weil es als letztes aussteigen musste. Das Kind sei anders als die anderen Kinder gewesen, sagt der Mann auf der Anklagebank, es habe zum Beispiel nie mitgesungen, wenn er mit den Kindern Lieder sang. Schon einmal hatten sich die Eltern des Mädchens ein Jahr zuvor bei dem Schulbusunternehmen beschwert.
Damals hatte ein Fahrer dem Kind einen Malkasten geschenkt, was bei den Eltern auf Missfallen stieß. "Schon damals habe ich meine Fahrer zu besonderer Vorsicht im Umgang mit den Kindern angewiesen und gesagt, dass sie keine Geschenke machen sollen, nicht einmal ein Bonbon, sagte der 67-jährige Taxiunternehmer als Zeuge vor Gericht.
Viele Ungereimtheiten
War die Anzeige gegen den Taxifahrer eine Überreaktion besonders besorgter Eltern oder hat der Angeklagte Grenzen überschritten, das Gericht vermochte diese Frage gestern nicht zu klären.
Und so will der Vorsitzende Richter Joachim Schmitz-Knierim weitere Zeugen hören. Die sollen zum Beispiel Auskunft geben, ob die Zehnjährige wirklich wie sie sagt immer vorne gesessen hat. Denn in der Aussage des Kindes gestern gab es einige Ungereimtheiten, die es aufzuklären gilt.
Fortsetzung 2. November, 9.15 Uhr, Amtsgericht, Goerdelerstraße.
Jetzt Solinger Morgenpost testen und noch heute Ihr Kennenlern-Paket sichern.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum



