Solingen: Zigarette löst Brand aus
VON SUSANNE GENATH UND ANNEMARIE KISTER-PREUSS - zuletzt aktualisiert: 07.04.2010Solingen (RPO). Bei einem Brand im Lungenkrankenhaus Bethanien ist am Montagabend ein 68-jähriger Patient ums Leben gekommen. Der Solinger hat vermutlich in seinem Bett geraucht und so das Feuer ausgelöst.
Die geplatzte Fensterscheibe, der verkohlte Rest einer Jalousie und der schwarze Ruß an Decke und Zimmerwänden im dritten Stock zeugen von dem tragischen Brand, der sich im Neubau des Lungenkrankenhauses Bethanien ereignet hat. Am späten Montagabend ist dort ein 68-jähriger Patient ums Leben gekommen. Der Solinger starb trotz intensiver Bemühungen der Rettungskräfte noch in seinem Zimmer.
"Wir gehen davon aus, dass der Patient in seinem Bett geraucht hat", erklärte Dr. Lars Hagmeyer, der in der Brandnacht Dienst hatte, gestern im Gespräch mit unserer Zeitung. Die Zigarette – so die ersten Vermutungen – soll gegen 22 Uhr den Brand ausgelöst haben.
Dieser hatte ein Großaufgebot der Feuerwehr zur Folge. Etwa 220 Rettungskräfte aus Solingen und Umgebung rückten zur Aufderhöher Straße aus. Denn der Rauch breitete sich auf der dritten Etage der Aufderhöher Krankenhauses aus, so dass sie evakuiert werden musste. 19 Patienten wurden über Balkone und das Treppenhaus ins Freie gebracht, zwei von ihnen über eine Drehleiter. Drei erlitten leichte Rauchvergiftungen und wurden wegen Zimmermangels zur Behandlung in andere Krankenhäuser verlegt.
Bemerkt hatten den Brand die Mitarbeiter im Schwesternzimmer, die daraufhin die Feuerwehr per Handy alarmierten und auch selbst mit dem Löschen anfingen. Wegen der starken Hitze und Rauchentwicklung mussten sie die Hilfe jedoch abbrechen.
Die automatische Alarmierung der Feuerwehr durch die Brandmeldeanlage war aus bislang noch ungeklärter Ursache blockiert. "Mit ihr wären wir vermutlich einige Minuten früher im Krankenhaus gewesen", sagte Feuerwehr-Einsatzleiter Dr. Ottmar Müller. "Aber das hätte den 68-Jährigen auch nicht gerettet." Denn durch das Sauerstoffgerät habe das Krankenzimmer schneller als normalerweise voll in Flammen gestanden.
Notfallseelsorger betreuten herbeigeeilte Angehörige. Seelsorger, Psychologen und Diakonissen kümmern sich außerdem weiterhin um Patienten, die das Feuer seelisch belastet. "Das sind aber nur wenige", sagt Chefarzt Professor Winfried Randerath. Die meisten Patienten hätten das nächtliche Schreckerlebnis gut verkraftet.
"Ein Segen war, dass der Neubau vom Brandschutz her von den anderen Gebäuden getrennt und auf dem neuesten Stand ist", zieht Feuerwehr-Pressesprecher Frank Breitgraf Bilanz des Einsatzes. "Es standen zwei getrennte Rettungswege zur Verfügung." So sieht es auch Chefarzt Randerath. "Einerseits ist es ärgerlich, dass es den gerade erst eröffneten Neubau getroffen hat, andererseits hatten wir dadurch großes Glück. Denn sonst hätte das Feuer noch schlimmere Folgen haben können."
Die Patientenzimmer der dritten Etage im Neubau sind vorerst nicht nutzbar. Die Räume im Altbau werden gereinigt und in Kürze wieder belegt. Die Patienten wurden in Bethanien untergebracht, einige im Altenheim "Haus Eiche" auf dem Gelände. Wie hoch der Schaden ist, wird noch ermittelt. Die Aufderhöher Straße wurde während der Löscharbeiten für etwa vier Stunden gesperrt. Der Verkehr wurde umgeleitet.
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