Solingen: Zirkus will Dialog mit Tierschützern
VON MARTIN OBERPRILLER - zuletzt aktualisiert: 02.02.2012Solingen (RP). Ab heute gastiert der "Circus Universal Renz" für vier Tage am Weyersberg. Zum Zirkus gehören unter anderem exotische Tiere wie Tiger und Elefanten. Tierschützer kritisieren die Zirkus-Haltung. Bei einer vorgeschriebenen Kontrolle gab es gestern aber keine Beanstandungen.
Zum festen Inventar des "Circus Universal Renz" gehören unter anderem sibirische Tiger, Kamele sowie drei Elefanten. Ab heute und bis zum 5. Februar gastiert der bekannte Zirkus in Solingen. Gestern bauten Mitarbeiter auf dem Parkplatz am Weyersberg vor der Klingenhalle das Zirkuszelt auf, in dem pro Vorstellung bis zu 2000 Zuschauer Platz finden. Doch ginge es nach den Aktivisten der Tierschutzorganisation "Peta", würden sämtliche Sitze in der Manege leer bleiben. Der Vorwurf der Organisation: Beim "Circus Universal Renz" würden die Wildtiere nicht artgerecht gehalten. "Wildtiere wie Tiger leiden in engen Zirkuskäfigen", heißt es bei "Peta".
Zeiten und Preise
Heute, morgen und Samstag sind je zwei Aufführungen um 15.30 und 19.30 Uhr. Am Sonntag beginnen die Shows um 11 und um 15.30 Uhr.
Karten kosten 10 Euro (Kinder ermäßigt) und 30 Euro (Erwachsene, Loge). Die Kasse ist von 11 bis 19.30 Uhr geöffnet.
Eine Behauptung, die der Zirkus gestern zurückwies. "Wir liegen mit unserer Tierhaltung weit über den gesetzlich geforderten Auflagen", sagte ein Sprecher von Universal Renz im Gespräch mit unserer Zeitung. So hätten zum Beispiel die sibirischen Tiger des Zirkus' ein Außengehege von rund 140 Quadratmetern, in dem sich die Tiere den ganzen Tag frei bewegen könnten. Dazu komme noch ein Gehege von 120 Quadratmetern, das auf einem Auflieger montiert sei. In diesem Gehege werden die Tiger transportiert und es dient als Schlafstelle der Tiere.
Gleichwohl sagte der Zirkus-Sprecher, Fragen des Tierschutzes könnten durchaus kontrovers diskutiert werden. "Das ist ein sehr emotionales Thema. Wir sind immer zum Dialog mit Tierschützern bereit", so der Sprecher, der gleichzeitig betonte, der "Circus Universal Renz" unterliege rund um seine Auftritte ständigen Kontrollen durch die Behörden.
Eine solche Kontrolle fand gestern auch in Solingen statt. Zwei Tierärztinnen des dafür zuständigen bergischen Veterinäramts überprüften die Haltung der etwa 100 Tiere des Zirkus'. "Dabei wurden keine Beanstandungen festgestellt", sagte gestern Nachmittag ein Sprecher der Stadt auf Anfrage unserer Zeitung.
Normalerweise, so der Stadtsprecher, müssten Zirkusse, die in Solingen gastieren, eine Sondernutzungsgenehmigung beantragen, die dann auch erteilt werde, wenn es keine Probleme gebe. Im Fall des "Circus Universal Renz" war dies aber nicht der Fall, da das Zirkus-Unternehmen die Fläche vor der Klingenhalle bei der Bädergesellschaft mietete.
Der Zirkus wird bis einschließlich Sonntag in Solingen bleiben. Auf dem Programm stehen bei den insgesamt acht Aufführungen nicht nur Nummern mit Tieren. Darüber hinaus will der "Circus Universal Renz" die Zuschauer unter anderem mit Wasserspielen, Luftakrobatik, Clown-Vorstellungen und Jonglage in die Manege locken. Eine besondere Lichtshow soll dabei für eine unverwechselbare Zirkus-Atmosphäre am Weyersberg sorgen.
Pro Saison kommt es in der gesamten Bundesrepublik zu ungefähr 60 Gastspielen. Die Gastspieldauer pro Stadt beträgt zwischen zwei und 14 Tagen. Beim "Circus Universal Renz" arbeiten fast 100 Mitarbeiter, die aus insgesamt zwölf Nationen, darunter Russland, Marokko, Deutschland, den USA und Rumänien, stammen.
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