Solingen: Zu wenig Ordner für Zug
VON MARTIN OBERPRILLER - zuletzt aktualisiert: 09.02.2010Solingen (RPO). Sechs Tage vor dem Rosenmontagszug fehlen den Veranstaltern bis zu 100 Kräfte, die für Sicherheit sorgen sollen. Im Vergleich zu früher stehen weniger Polizisten bereit. Im Zweifelsfall könnten Wagen aussortiert werden.
Die Organisatoren des Rosenmontagszuges suchen noch händeringend nach Ordnern. "Wir brauchen bis zu 150 Kräfte", erklärte gestern Joachim Junker, Vorsitzender des Festausschusses Solinger Karneval (FSK), gegenüber unserer Zeitung. Am Abend trafen sich die Veranstalter mit den verschiedenen Teilnehmern des Zuges zu einer Sitzung, bei der es nur ein Thema gab: Wie können bis Montag die fehlenden bis zu 100 Ordner gefunden werden?
Ein Wagen-Engel pro Rad
Tatsächlich besteht zwar nicht die Gefahr, dass der Zug am Ende ohne Prinzenwagen auskommen oder sogar in Gänze abgesagt werden muss. "Wir haben genug Helfer", stellte zum Beispiel Peter Welter klar, der nach Jahren der Pause das erste gekrönte Haupt der Solinger Narren seit langem ist. Doch ob das für alle insgesamt 47 Gruppen sowie 19 Festwagen gilt, steht einstweilen weiter in den Sternen. Denn die Auflagen, die von den Gruppen erfüllt werden müssen, lesen sich durchaus anspruchsvoll.
So ist zwingend, dass pro Rad ein Ordner, ein so genannter Wagen-Engel, mitläuft, der dafür sorgt, das im Gedränge niemand sprichwörtlich unter die Räder gerät. Und bei der Stadt stellt man klar, dass man bei Nichtbeachten der Regel keineswegs ein Auge zudrücken wird. "Wenn nicht genug Ordner vorhanden sind, wird ein Wagen gegebenenfalls rechts raus gewunken", kündigte eine Sprecherin an.
Das Problem: Im Gegensatz zu früheren Jahrzehnten betätigt sich die Polizei nicht mehr als Zugbegleiter. "Wir fahren vorneweg, bilden das Ende des Zuges und sorgen an Knotenpunkten für Ordnung", erklärte ein Polizeisprecher, der fortfuhr, am Rosenmontag befänden sich 55 Beamte im Einsatz: "Eine ganze Menge." Aber dennoch nicht genug, um den Karnevalisten ein Rundum-Sorglospaket schnüren zu können. "Die Zahl der Polizisten ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich zurückgegangen", klagt FSK-Vorsitzender Junker. Mit der Folge, dass die Veranstalter inzwischen an der Malteser- sowie Wupperstraße selbst für die Absperrung sorgen müssen.
Logistische Herkulesaufgabe
Rund 1000 Teilnehmer und schätzungsweise 25 000 Zuschauer – der Rosenmontagszug in Solingen kommt durchaus einer logistischen Herkulesaufgabe gleich, die der FSK zu schultern hat. "Es wird sehr schwer", ist sich Joachim Junker sicher, der aber auch klarstellt, dass man selbstverständlich "alle Auflagen erfüllen wird".
So wie die Hauptschule Central, die in diesem Jahr als einzige Schule mit einem Mottowagen zur Bäderpolitik teilnimmt und bestimmt nicht baden gehen wird. "Bei uns sorgen unsere Schülerlotsen und Lehrer für die Sicherheit", berichtete Schulleiterin Angela Kirchhoff.
Die neuesten Nachrichten und Berichte aus Politik, Wirtschaft, Panorama, Sport,
Kultur, Gesellschaft, Wissenschaft, Multimedia, Auto,
Reise und Beruf - im Archiv auch gratis recherchierbar. Dazu die besten Bilder,
Live-Ticker, Kolumnen und Hintergrundberichte.


