Solingen: Zwischenfall an der Pipeline
VON SUSANNE GENATH - zuletzt aktualisiert: 03.11.2009Solingen (RPO). Holzfäller haben in Ohligs ein Holzlager direkt über der Kohlenmonoxid-Leitung errichtet und dafür Pfähle in die Erde gerammt. Dies zeigt nach Meinung der Pipeline-Gegner, dass die Pipeline nicht richtig geschützt ist.
Holzfäller haben Anwohner der Verlach auf die Palme gebracht. Die Arbeiter hatten nämlich am Wochenende an der dort verlegten Kohlenmonoxid-Leitung Bäume gefällt und das Holzlager direkt über der CO-Pipeline errichtet. "Dafür wurden angespitzte Holzpfähle tief in den Boden gerammt", berichtet Dieter Donner von der Bürgerinitiative, die sich gegen die Leitung der Firma Bayer wehrt. "Trassenwarnband und Geogrid-Matte sind dabei vielleicht durchbohrt worden, ohne dass hierdurch irgendjemand gewarnt worden ist." Der Vorfall mache ein weiteres Mal deutlich, dass in der Praxis die als Warnung gedachten gelben Markierungspfosten vor unbeabsichtigten Beschädigungen der Giftgas-Pipeline nicht schützten. "Diese Warnung wird offensichtlich nicht wahrgenommen", sagt Donner.
CO-Pipeline
Die 67 Kilometer lange CO-Pipeline verbindet die Bayer-Standorte Dormagen und Krefeld-Uerdingen miteinander.
Anwohner wehren sich gegen die Leitung, weil sie sie für nicht sicher halten. Immer wieder ist es beim Bau zu Fehlern gekommen. Zuletzt kam heraus, dass die Trasse nicht, wie vorgeschrieben, überall auf Bomben und Granaten untersucht worden war.
Diesen Vorwurf kann die Solinger Stadtverwaltung nicht zurückweisen. Die Holzfällarbeiten seien zwar im Auftrag der Stadt durchgeführt worden, berichtet Stadtsprecherin Birgit Wenning-Paulsen. Dass das Holzlager jedoch auf der Pipeline errichtet worden sei, habe man nicht so geplant. "So etwas zu machen, ist sehr ungeschickt", räumt sie ein. Zumal den Arbeitern bekannt gewesen sei, dass sich dort die Kohlenmonoxid-Leitung befinde. Allerdings stehe noch nicht fest, wer entschieden habe, die Pfähle genau an dieser Stelle aufzuschichten.
Eine Gefahr habe jedoch für keinen bestanden. "Die Pfähle haben einen Durchmesser von acht Zentimetern und sind 25 Zentimeter tief in die Erde gerammt worden", sagt Wenning-Paulsen. Die Pipeline liege in etwa 1,80 Meter Tiefe, die Schutzmatte in rund einem Meter Tiefe. "Da kann also nichts beschädigt worden sein." Nichtsdestotrotz hätten die Arbeiter nach Bekanntwerden des Vorfalls sofort Order bekommen, den Holzstapel zu beseitigen. Heute soll er bereits weg sein.
Dass keine Gefahr bestanden habe, beruhigt die Pipeline-Gegner. Dennoch sehen sie sich in ihren Ängsten bestätigt und in ihrem Ziel, die Pipeline nicht in Betrieb gehen zu lassen. "Das sichere System, mit dem Bayer immer behauptet, die Pipeline geschützt zu haben, funktioniert nicht", meint Dieter Donner. Dafür müssten die gelben Markierungspfähle auf Sichtweite stehen, so dass für Waldarbeiter klar erkennbar sei, wo die Leitung verlaufe.
"Dass die spitzen Pfähle für das Holzlager jetzt nur 25 Zentimeter tief in die Erde gerammt wurden, ist ja Zufall." Ein anderer Arbeiter grabe tiefer und treffe die Leitung. "So etwas muss doch durch eine deutliche Beschilderung verhindert werden", fordert Donner.
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