Handball: An die Tabellenspitze gezaubert
VON GUIDO RADTKE - zuletzt aktualisiert: 27.10.2008Selten haben sich so viele Spieler des Bergischen HC für die Auszeichnung „Tor des Tages“ empfohlen. Beim 36:29-Sieg gegen die TSG Münster, mit dem die Löwen auf Platz eins kletterten, war ein Treffer schöner als der andere.
Dieser Auftritt des Bergischen HC hat Spaß gemacht. Nicht nur, weil der Handball-Zweitligist dank des gleichzeitigen Ausrutschers der HSG Düsseldorf in Delitzsch (29:33) mit dem 36:29-Heimsieg gegen die TSG Münster an die Tabellenspitze geklettert ist. Es war die begeisternde Art und Weise, wie die Löwen bis zur 48. Minute gezaubert, ihren Gegner dominiert und einen Zwölf-Tore-Vorsprung (31:19) heraus geworfen haben. Ein Tor war schöner als das andere, so dass sich gleich mehrere Spieler für die Auszeichnungen in der Kategorie „Tor des Tages“ empfohlen haben.
Nominiert für das „Tor des Tages“: Jens Reinarz.
Der Dreher: Die Kelkheimer konnten Mitte der ersten Halbzeit machen, was sie wollten – es wollte ihnen einfach nichts gelingen. Selbst in Unterzahl brillierte der Bergische HC weiter, als Jens Reinarz hinter der offensiv ausgerichteten TSG-Abwehr in Position lief und völlig frei zum Wurf kam. Mit einem Gesichtsausdruck des „Jetzt-ballere-ich-voll-drauf“ ließ der Linksaußen den Ball mit Gefühl und reichlich Effet zum 12:7 (20.) aus der Hand tropfen.
Nominiert für das „Tor des Tages“: Elvir Selmanovic.
Der (Tempo) Gegenstoß: Mit einem schelmischen Grinsen schaute Elvir Selmanovic zur Bank und ließ sich nach seinem Treffer zum 25:16 (37.) von den Teamkollegen feiern. Alle hatten Spaß, weil sein Tor Seltenheitswert hatte. Selmanovic, nicht gerade bekannt für flotte Beine, war bei einem Tempogegenstoß von den deprimierten Münsteranern nicht einzuholen und erfolgreich gewesen.
Nominiert für das „Tor des Tages“: Kenneth Klev.
Die Zweite Welle: Nach dieser Aktion schien sich das Team von Trainer Raimo Wilde gedacht zu haben, dass es nach dem 30:19 (47.) besser und schöner kaum noch funktionieren würde. Erneut war Elvir Selmanovic einer der Ersten, der bei einem Schnellangriff in Position gelaufen war. Der 29-Jährige hätte durchaus selbst werfen können, zog es jedoch vor, Neuzugang Kenneth Klev hinter seinem Rücken mit einem Bodenpass durch die eigenen Beine zu bedienen, ohne den Norweger angeschaut zu haben.
Nominiert für das „Tor des Tages“: Henning Quade.
Das Phantomtor: Hennig Quade hat keine Anstalten gemacht, sich über das Geschenk von Schiedsrichter Dirk Zimmerschied zu freuen – weil er sich selbst überhaupt nicht sicher war, ob sein Ball hinter der Linie gewesen war oder nicht. Bei einer von vielen sehenswerten Kombinationen war der BHC-Kreisläufer die letzte Passstation gewesen. Der chancenlose Michael Rebstock zwischen den Pfosten der TSG Münster schaute nach rechts, als der Ball an ihm vorbeiflog und an den Pfosten knallte. Und Rebstock schaute nach links, als er der Ball hinter seinem Rücken die Linie entlang flog, an den anderen Pfosten knallte und von hier aus zurück ins Feld sprang. Der einzige, der das Spielgerät hinter der Linie gesehen hatte, war Dirk Zimmerschied, der das Tor, das keines gewesen ist, zum 18:10 (27.) anerkannte. Es war eine von mehreren kuriosen Entscheidung, die der Referee in dieser Begegnung getroffen hatte.
Und der Sieger in der Kategorie „Tor des Tages“ ist:
Kenneth Klev. Nach dem 36:29-Erfolg ist unter den Zuschauern über keinen anderen Treffer so viel geredet worden wie über Selmanovic’ Traum-Anspiel.
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