Badminton: Aufstellungspoker verloren
VON HARTMUT MAUS - zuletzt aktualisiert: 15.11.2010Auch wenn es in Wesel und gegen Mülheim jeweils 1:7-Niederlagen gab – im Lager des Badminton-Zweitligisten STC Blau-Weiß Solingen ist man mit der Hinrunde zufrieden und glaubt an den Klassenerhalt.
Eine 3:5-Niederlage in normaler Konstellation einzementieren oder mit einer aggressiven Aufstellung ein Unentschieden erkämpfen – für eine dieser beiden Varianten hatte man sich beim Badminton-Zweitligisten STC Blau-Weiß Solingen vor der Partie beim Tabellenletzten BV RW Wesel zu entscheiden. In Absprache mit seinem Spielern entschied sich Teammanager Lutz Lichtenberg für die mutige Version.
Da mit dem Engländer Nathan D´Cruz in dieser Saison bereits der vierte Stammspieler verletzt ausfiel, wurden die Herren-Doppel vollends anders aufgestellt. Nach der erwarteten Auftakt-Niederlage des Damen-Doppels lag es am Indonesier Rio Wilianto im Duett mit Linkshänder Matthias Kissing, im ersten Herren-Doppel den Schalter auf das geplante Unentschieden umzulegen. Das ging gegen Rune Massin und Stephan Löll in zwei Sätzen gründlich daneben. Der Widerstand war schon jetzt gebrochen. "Keiner hat sich mehr aufgerafft. Wir haben unterirdisch gespielt", kritisierte Lichtenberg sein Team hart. Er wäre ein schlechter Coach, wenn er damit seine Mannschaft in Vorbereitung auf die Partie gegen den Spitzenreiter 1. BV Mülheim nicht wachgerüttelt hätte.
Gestern Nachmittag erlebten die zahlreichen Zuschauer in der Sporthalle des Humboldtgymnasiums einen wie ausgewechselt spielenden Aufsteiger. Eine erneute Umstellung bewirkte zumindest den zwischenzeitlichen 1:2-Rückstand. Wilianto und André Bertko siegten im zweiten Doppel nach einer guten Vorstellung. Ihren siebten Erfolg in den bisher sieben Saisonbegegnungen erspielten die Mülheimer aber in den drei folgenden Partien. Als beim 1:5-Rückstand die dritte Saisonniederlage für den STC feststand, kam es zu zwei außergewöhnlichen Begegnungen. Keiner der Zuschauer verließ die Halle vorzeitig. Denn die Spiele zogen alle in ihren Bann. Christian Sonnenberg unterlag im dritten Einzel nur hauchdünn gegen Gregory Schneider. "Viele Erstligisten hätten bei solch einer Leistung gerne eines dieser Mixed-Paare in ihren Reihen", war nicht nur Lichtenberg begeistert. Was Wilianto/Linda Sloan und Dharma Gunawi/Johanna Goliszewski an spektakulären Ballwechseln zeigten, war beeindruckend. Nur knapp gewann das Mülheimer Duo.
"Unser Fokus liegt auf der Nordreise Ende Dezember nach Wittorf und Trittau", sagt Lichtenberg. Dann bahnt sich die Rückkehr der verletzten Nathan D´Cruz und Samantha Barning an. Mit ihnen möchte er drei Punkte erkämpfen und das Thema Klassenerhalt endgültig erledigt wissen.
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