Coole Siegertypen
VON GUIDO RADTKE - zuletzt aktualisiert: 21.08.2006Bereits in der Nacht auf Samstag wurde beim Solinger TC der Bundesliga-Aufstieg ausgiebig gefeiert. Die Nachricht, dass Bremerhaven nur 5:4 gewonnen hatte, bedeutete für den Meister: Gegen Rot-Weiß Berlin würde schon der Gewinn eines Satzes zum Triumph reichen.
Ehre, wem Ehre gebührt. Clinton Thomson sollte den einen Satz holen dürfen, der dem Solinger TC gestern noch zum Titelgewinn in der 2. Tennis-Bundesliga Nord fehlte. Der Deutsch-Australier ist als einziger STC-Profi in den acht Begegnungen dieses Sommers ohne Niederlage geblieben und feierte auch gestern einen souveränen Erfolg gegen Henry Gralow. Als Clinton Thomson nach knapp einer halben Stunde seinen Satzball zum 6:3 verwandelte, schmiss er seinen Schläger vor Freude auf den Boden und ballte die Fäuste des Sieges – und ging mit einem breiten Grinsen in Richtung Mannschaftsbank.
Rückblende: Der Nachrichtenfluss aus Espelkamp ist am Freitagabend nur spärlich. Erst kurz vor 22 Uhr trudelt die Meldung ein, dass der Bremerhavener TV mit einem 3:3 in die Doppel gehen muss. „Noch lieber hätten wir dann natürlich von einer Niederlage gehört, doch auch der knappe 5:4-Erfolg hat uns schon gereicht“, sagte Trainer Karsten Saniter, der dann nicht mehr viel rechnen musste. Selbst wenn gestern der einzig noch verbliebene Konkurrent im Aufstiegsrennen gegen den TV Sparta Nordhorn mit 9:0 gewonnen hätte, hätte sich der Solinger TC sogar eine 0:9-Niederlage mit dem Gewinn eines einzigen Satzes erlauben können, um Tabellenführer zu bleiben. Danach gab es auf der Anlage in Widdert kein Halten mehr. Das Sommerfest klang somit in der Nacht auf Samstag mit einer vorgezogenen Meisterfeier aus.
Erwartetes Schaulaufen
Es war das erwartete Schaulaufen des Solinger TC gegen den LTTC Rot-Weiß Berlin, der bereits vor dem letzten Spieltag als einer der beiden Absteiger feststand. Das Sextett, das der Trainer leicht verändert in die Einzel geschickt hatte, ließ keinen Zweifel aufkommen, dass es auch seinen letzten Heimauftritt in der Zweiten Liga deutlich gewinnen wollte. Karsten Saniter gab an Position drei Roman Herold den Vorzug vor Michael Kohlmann, um diesen vor seinem Einsatz beim ATP-Turnier in New Haven zu schonen. So durfte auch der 19-Jährige Berliner im dritten Einsatz im Einzel seinen ersten Erfolg feiern. Im längsten Match des Tages siegte Herold gegen den Österreicher Andreas Fasching in drei Sätzen (4:6, 6:1, 7:6 ).
Trotz der konzentrierten sportlichen Auftritte ließen es sich die Spieler nicht nehmen, während ihrer jeweiligen Spielpause gute Laune zu verbreiten. Nach dem zweiten Einzelpunkt von Sascha Klör verteilten Clinton Thomson und Gero Kretschmer an ihre Teamkollegen und den Organisationsstab beige beziehungsweise schwarze Tropenhüte, eine Kopfbedeckung, die den coolen Siegertypen gut zu Gesicht standen.
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