Tennis: Das Ziel ist Shanghai
VON GUIDO RADTKE - zuletzt aktualisiert: 03.01.2007Seine größten Erfolge feierte Michael Kohlmann im vergangenen Jahr an der Seite von Alexander Waske. Beide gehen im Doppel allerdings wieder getrennte Wege. Der Tennisprofi des Solinger TC spielt die großen Turniere mit dem Tschechen Leos Friedl.
Es war die Zeit, als Michael Kohlmann derjenige war, der vor nahezu jedem Turnier bei anderen Spielern anklopfen musste, um einen Doppelpartner zu finden. Die zahlreichen Erstrunden-Niederlagen zehrten an den Nerven. So hat der 32-Jährige kurz davor gestanden, seine aktive Karriere als Tennisprofi einzustellen – bis er plötzlich im April das vierte ATP-Turnier seiner Karriere gewann. Der Erfolg in Houston an der Seite von Alexander Waske hat Bewegung in das sportliche Leben des Doppel-Spezialisten aus Herdecke gebracht.
Als sich Michael Kohlmann vor drei Jahren dem Solinger TC angeschlossen hatte, hatte er das nicht gemacht, um mit der Unterstützung von Karsten Saniter als neuem Trainer noch einmal als Profi durchzustarten. Viel mehr hatte der Routinier den Vereinscoach bei der Einrichtung einer Tennisschule unterstützen sollen. Diese ist mittlerweile installiert – aber ohne Michael Kohlmann, der sich in der Weltgeschichte herum treibt, aber nicht in Widdert.
Aufgrund der Ergebnisse und Leistungen kam Daviscup-Teamchef Patrick Kühnen nicht an Michael Kohlmann vorbei, als es darum im Mai ging, beim „World Team Cup“ einen Ersatzmann für Tommy Haas zu benennen. Der Solinger dankte es gemeinsam mit Alexander Waske mit vier Siegen, die der deutschen Mannschaft den inoffiziellen Titel des Vize-Weltmeisters bescherte. Ein weiterer Höhepunkt war der Auftritt des sympathischen Profis im September, als er für Deutschland gegen Thailand im Relegationsspiel um den Klassenerhalt in der Daviscup-Weltgruppe spielte und er erneut mit Waske den Ratiwatana-Zwillingen eine Doppel-Lehrstunde erteilte.
Im Einzel-Niemandsland
Im Einzel hingegen ist Michael Kohlmann im Niemandsland der Weltrangliste verschwunden. Weil er keine Punkte mehr gesammelt hat, wird der Routinier nur noch auf Position 915 geführt. Grund ist der Erfolg im Doppel: Denn wenn sich Kohlmann noch im Turnier befindet, kann er sich nicht schon an anderer Stelle auf dem Globus über die Qualifikation ins Hauptfeld kämpfen. Das nimmt der 32-Jährige allerdings gerne in Kauf.
Jetzt ist die Zeit, in der sich Michael Kohlmann vor Turnieren kaum vor Anfragen von anderen Spielern retten kann. Nach den jüngsten Niederlagen, die der Solinger gemeinsam mit Alexander Waske im Anschluss an ihren Auftritt im Daviscup kassierten, gehen sie nun getrennte Wege – obwohl sie beide in dieser Woche bei den „Chennai Open“ starten. Der Tscheche Leos Friedl ist Kohlmanns neuer fester Partner, mit dem er in Indien an Position eins gesetzt ist und mit dem er sich für 2007 ein Ziel gesetzt hat: die Qualifikation für den „ATP-Masters-Cup“ in Shanghai. Dafür müsste sich das Duo bis Oktober unter die besten acht Teams der Welt spielen.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum



