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Tennis: Der Domino-Effekt

VON GUIDO RADTKE - zuletzt aktualisiert: 17.07.2008

Sollte der Solinger TC am Wochenende erstmals einen ausländischen Tennisprofi einsetzen, wäre das ein weiterer Schritt nach vorne, vom dem der Tennis-Bundesligist bereits einige gemacht hat.

Zwei seiner drei Doppel hat Michael Kohlmann (l.) in dieser Saison bereits gewonnen – gegen Mannheim an der Seite von Clinton Thomson (r.) und gegen Erfurt mit Bastian Knittel.  Foto: RPO
Zwei seiner drei Doppel hat Michael Kohlmann (l.) in dieser Saison bereits gewonnen – gegen Mannheim an der Seite von Clinton Thomson (r.) und gegen Erfurt mit Bastian Knittel. Foto: RPO

Die Saison in der Tennis-Bundesliga geht für den Solinger TC in die entscheidende Phase. Auf die Begegnung am morgigen Freitag auf eigener Anlage gegen den Rochusclub Düsseldorf, in der die Widderter nichts zu verlieren haben, folgt am Sonntag in Süddeutschland ein vorentscheidendes Duell um den Klassenerhalt. Sowohl die Solinger als auch der TV Reutlingen sind an den ersten drei Spieltagen ohne Punktgewinn geblieben. Somit sind beide Teams in der ausgeglichenen Ersten Liga zum Siegen verdammt.

Es hatte im Vergleich zum Vorjahr, als die Widderter als Tabellenvorletzter lediglich am Grünen Tisch in der Liga geblieben waren, einiges anders werden sollen. Die Ausländer, die erstmals in der Vereinsgeschichte auf der Meldeliste aufgeführt sind, sind bislang noch nicht aufgetaucht. „Es war jedes Mal ähnlich“, erklärt Teamchef Robert Orlik. „Erst kam die Zusage, kurzfristig dann doch wieder die Absage. So mussten wir dann doch auf unser festes Team zurückgreifen, und wir wollten es auch.“

Schwieriger Spagat

Ohne Erfahrungswerte steht man beim Solinger TC vor dem schwierigen Spagat, das bislang bewährte Konzept, lediglich auf deutsche Spieler zu setzen, und dem in der Bundesliga üblichen Einfliegen ausländischer Spitzenakteure miteinander zu verknüpfen. „Es muss gewährleistet sein, dass ein in der Weltrangliste hoch platzierter Tennisprofi der Mannschaft auch gut tun wird“, sagt Robert Orlik. Das sei nicht der Fall, wenn ein Spieler erst am Spieltag eine Stunde vor dem ersten Aufschlag eintreffe.

Auch wenn sich das siebenköpfige Team um den nationalen Spitzenspieler Alexander Flock in der Eliteklasse trotz der drei Niederlagen gegen Mannheim (2:4), Neuss (2:4) und Erfurt (1:5) konkurrenzfähig gewesen ist, würde man sich beim Solinger TC unglaubwürdig machen, wenn nicht auf der Reutlinger Anlage an der Rudolf-Harbig-Straße einer der Top 200-Spieler oder Doppel-Spezialist Robert Lindstedt dazustößt. Der anstehende Doppel-Spieltag bietet beste Voraussetzungen, einen fremden Spieler ins Team zu integrieren – wenn er bereits morgen in Widdert gegen den Rochusclub auf dem Platz stehen und am Samstag mit dem Team nach Reutlingen reisen und dort übernachten würde. Dass alle Ausländer in dieser Woche bei Turnieren gemeldet haben – lediglich Dudi Sela ist in den USA bereits ausgeschieden –, erschwert es, das Projekt auch umzusetzen.

Das Einbinden eines ausländischen Spitzenspielers würde jedoch einen weiteren Schritt nach vorne bedeuten, von denen beim Solinger TC im Juli bereits einige gemacht worden sind. Statt wie vor einem Jahr mit 0:18 Matchpunkten in die Saison zu starten, sieht die Bilanz deutlich positiver aus (5:13). Zwei Siege davon sind im Doppel geholt worden – so viel wie in allen neun Begegnungen der letztjährigen Spielzeit. Und obwohl die jüngste Begegnung gegen Erfurt mit 1:5 verloren ging, so hatten die Solinger die Möglichkeit, mit einer 4:0-Führung aus den Einzeln zu kommen. Das erste Mal in der Bundesliga-Geschichte des Solinger TC stand jeder Spieler aufgrund einer Führung vor dem Gewinn des ersten Satzes.

Bowling auf dem Trainingsplan

„Wenn der erste Kegel umfällt, dann fallen auch die anderen hinterher“, sagt Robert Orlik und macht den positiven Domino-Effekt an der Partie gegen Blau-Weiß Neuss fest. „Als Gero Kretschmer den ersten Punkt geholt hatte, hat das alle anderen in ihren Einzeln und auch die Zuschauer beim Anfeuern beflügelt.“ Bezeichnenderweise stand auf dem gestrigen Trainingsplan ein Bowling-Abend.

Quelle: RP

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