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Tennis: Der schwere Weg zurück

VON GUIDO RADTKE - zuletzt aktualisiert: 02.02.2007

Nach seinem Sturz in der Weltrangliste um rund 400 Positionen muss sich Sascha Klör wieder bei Future-Turnieren durch die Qualifikationsrunden kämpfen, um ins Hauptfeld zu gelangen. In Mettmann hat der Tennisprofi des Solinger TC seit langer Zeit wieder einmal das Viertelfinale erreicht.

Sascha Klör steht in Mettmann im Viertelfinale – in der Halle, in der er sonst auch regelmäßig mit seinem neuen Coach Detlev Irmler trainiert.  Foto: RPO
Sascha Klör steht in Mettmann im Viertelfinale – in der Halle, in der er sonst auch regelmäßig mit seinem neuen Coach Detlev Irmler trainiert. Foto: RPO

Sascha Klör ist Spezialist für Grundlinien-Duelle. Wieselflink gibt er keinen Ball verloren, um ihn trotzdem immer noch so platziert zu returnieren, dass der Gegner auch schon mal Applaus spendet – so wie gestern Marc Meigel beim Zweitrunden-Match des Future-Turniers in Mettmann. Dieser Passierschlag ist ein Beispiel für das zurück gewonnene Selbstbewusstsein, das sich der Tennisprofi des Solinger TC nach Ende der Zweitliga-Saison mühsam erarbeiten musste.

Rund 40 Weltranglistenpunkte hatte Sascha Klör in den sechs Wochen im Sommer nicht verteidigen können, weil er mit der Mannschaft in der Zweiten Liga spielte. Der Krefelder verabschiedete sich aus den Top 400 und ist derzeit lediglich auf Position 731 zu finden. „Man hat das Gefühl, wieder ganz vorne anfangen zu müssen.“ Statt bei besser dotierten Challenger-Turnieren starten zu können, muss sich der 21-Jährige meist sogar über die Qualifikation für das Hauptfeld drittklassiger Future-Turniere qualifizieren. „Das macht mir eigentlich nichts aus, weil ich die Spielpraxis gut gebrauchen kann. Nur wenn es nicht läuft, ist das frühe Ausscheiden ziemlich frustrierend.“

Gestern erreichte Sascha Klör in Mettmann erstmals seit langer Zeit wieder ein Viertelfinale. Mit 6:4, 6:4 besiegte der Krefelder Marc Meigel, weil er ruhig geblieben war und in langen Ballwechseln auf die Fehler des Gegners gewartet hatte. Eigentlich Klörs alte Spielweise, zu der er im zweiten Satz zurückkehrte, als Meigel vermehrt Nutzen aus dem druckvollen Spiel gezogen hatte.

Seit drei Monaten arbeitet der Krefelder nicht nur in Solingen mit Karsten Saniter, sondern in erster Linie mit Detlev Irmler in Mettmann zusammen. Mit seinem neuen Coach sollen Vorhand und Aufschlag umgestellt werden. „Mit meinem alten Stil könnte ich wohl um 300 in der Weltrangliste stehen. Um besser platzierte Gegner zu schlagen, muss man an sich arbeiten.“ Sascha Klör merkt, dass sich die Umstellung in seinem Spiel langsam bezahlt macht – insbesondere beim Aufschlag.

Verbesserter Aufschlag

Die verbesserte Angabe ist überhaupt der Grund dafür, dass sich Klör in Mettmann nicht schon nach seinem Erstrunden-Match gegen Ralph Grambow aus dem Turnier verabschieden musste. Grambow, der in der vorigen Woche erst das Future-Turnier in Kaarst gewonnen hatte, servierte 42 Asse, im Tie-Break beider Sätze aber auch jeweils zwei Doppelfehler. „Ein bisschen Glück gehört eben auch dazu. Hätte ich nicht ebenfalls gut aufgeschlagen, hätte ich keine Chance gehabt.“ Klör hatte zwar kaum ein Ass geschlagen, dafür aber den Hamburger immer wieder zu Fehlern beim Return gezwungen.

Sascha Klör ist sich sicher, dass er bis zum Start in die Erstliga-Saison seine Form stabilisiert hat und den schweren Weg zurück unter die Top 400 der Welt schaffen wird. „Es macht wieder Spaß, und ich bin fit.“ Nun müsse nur noch der Kopf mitspielen. Zudem spielt der 21-Jährige – so wie in Mettmann – nur ungern auf Teppich, auf dem er seine neue Vorhand bislang nur wenig ausprobieren konnte. Die Zeit auf Sand kommt für den Grundlinien-Spezialisten ja erst noch.

Quelle: RP

 
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