Handball: Desolater Start
VON GUIDO RADTKE - zuletzt aktualisiert: 01.03.2007Der Bergische HC kassierte gestern Abend seine zweite Neun-Tore-Niederlage in Folge. Nach einer chaotischen Anfangsphase schaffte es der Handball-Zweitligist gegen den TV Willstätt-Ortenau zwar, auf ein Tor zu verkürzen, um dann in der Schlussphase mit 23:32 unterzugehen.
Daniel Sdunek ist mit den Fingerspitzen dran. Doch Lars Friedrich hat so hart geworfen, dass der Ball trotzdem an Willstätt Keeper vorbei im Netz landet. Die Schallgrenze war durchbrochen. Zum ersten Mal beträgt der Rückstand des Bergischen HC nur noch drei Tore – ein Zeichen, dass in diesem Spiel der 2. Handball-Bundesliga nach einer verkorksten Anfangsphase doch noch etwas gehen könnte.
BHC-Schlussmann Stefan Nippes setzt noch einen drauf, pariert im Gegenzug einen freien Wurf von Grzegorz Garbacz und hält das 20:23 (47.) fest. Mathias Fuchs verwandelt seinen Siebenmeter zum 21:23. In der Abwehr werden alle Kräfte mobilisiert. Sebastian Hinze löst sich vom Kreis, täuscht an, einen Pass abfangen zu wollen und irritiert dadurch Vladimir Temelkov, der den Ball ins Aus wandern lässt. Die Halle steht Kopf – erst recht, als Jens Reinarz auf der linken Seite freigespielt wird und Daniel Sdunek zum 22:23 überwindet.
Vergessen ist in diesem Moment der desolate Start, der fast schon alle Hoffnungen auf das Ausmerzen der Neun-Tore-Niederlage in Ludwigsburg zu nicht gemacht hatte. 1:6 lag der Bergische HC gegen den TV Willstätt-Ortenau nach nur fünf Minuten in Rückstand. Viele Technische Fehler luden den Tabellenfünften zu Tempogegenstößen und einfachen Toren ein. Selbst als die Süddeutschen nach sieben Minuten begannen, unkonzentriert zu werden, konnten die Löwen den Rückstand nicht verkürzen – obwohl Chancen en masse zur Verfügung gestanden haben: Lars Friedrich (Sdunek-Parade) und Alexander Oelze (im Kreis abgesprungen) scheiterten bei Tempogegenstößen, Jens Reinarz per Siebenmeter. Nur Kim Neuenhofen gelang in dieser chaotischen Phase ein Treffer zum 3:6 (11.).
Der Tabellenzweite, der gestern jedoch seine Position Bayer Dormagen überlassen musste, verkürzte zwar noch auf 7:9, doch nach Sebastian Hinzes vergebener Chance vom Kreis wollte der Ball bis zur Pause nur noch zwei Mal ins Willstätter Tor. Das Team von Goran Suton, der lediglich sieben Feldspieler einsetzte, zog auf 15:9 davon.
Wenig Fingerspitzengefühl
Noch immer stehen die Zuschauer, als die Jutta Ehrmann und Susanne Künzig dem Tor von Jens Reinarz die Anerkennung verwehren. Es wäre das 24:25 gewesen. Sebastian Hinze regt sich zu Recht auf. Mit wenig Fingerspitzengefühl schickt Jutta Ehrmann den BHC-Kapitän knapp sechs Minuten vor Schluss wegen Meckerns vom Feld. Die Willstätter nutzen die Überzahl-Situation gnadenlos aus, markieren in diesen zwei Minuten drei Tore zum 27:23. Die Ordnung bei den Löwen ist nun völlig dahin, so dass die Gäste noch auf 32:23 erhöhen.
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