Radsport: Die Liebe zum Bergischen
VON CHRISTIAN BENDIG - zuletzt aktualisiert: 22.02.2010Erst seit drei Jahren betreibt Verena Weiser Radsport. Trotzdem kann die Spätstarterin schon einige Erfolge vorweisen. In dieser Saison geht sie mit neun weiteren Fahrerinnen für das Solinger Röltgen Cycling Team erstmals bei Damen-Lizenzrennen an den Start.
"Viel Kraft im Verhältnis zum Körpergewicht." Das müsse bei einer guten Bergfahrerin stimmen, erklärt Verena Weiser am Rande der Präsentation des Solinger "Röltgen Cycling Team". Die zierliche Radsportlerin ist eine von drei Solingerinnen, die für die junge zehnköpfige Damen-Mannschaft in der ersten Saison bei den Lizenzrennen möglichst gute Ergebnisse einfahren möchten.
Das Talent der 30-Jährigen war nicht etwa einem Radsport-Trainer aufgefallen. Der späte Startschuss fiel erst vor drei Jahren. Der erfolgte nach einem Radurlaub in Neuseeland mit ihrem Ehemann Michael – der für das Männer-Team des Solinger Rennstalls an den Start geht. 6000 Kilometer mit Sack und Pack auf dem Drahtesel bildeten die Grundlage für ihren dritten Platz beim Jedermann-Rennen auf dem Nürburgring. Ein Jahr später sollte gar der Sieg bei "Rad am Ring" herausspringen. In der abgelaufenen Saison fuhr Weiser zusätzlich noch einen dritten Platz beim "Frankfurt-Eschborn City Loop" ein und sicherte sich den zweiten Platz in der Gesamtwertung der "Viking-Tour" sowie eine Sprintwertung bei einem der sieben Rennen umfassenden Norwegen-Rundfahrt.
In diesem Jahr geht sie nun gemeinsam mit ihren Teamkameradinnen in der Lizenzklasse an den Start. Dort starten dann nur Frauen. "Bei den Jedermann-Rennen fuhren wir mit den Männern. Durch die Leistungsunterschiede war das Feld immer sehr weit auseinander, und es wird für sich selbst gefahren." In den reinen Frauenrennen wird es voraussichtlich enger zugehen. "Jetzt kommt auch der Mannschaftstaktik eine größere Bedeutung zu", erklärt der Sportliche Leiter des Damen-Teams, Manfred Markenbeck, der bei Weiser 80 Prozent Veranlagung und 20 Prozent Trainingsfleiß für die Erfolge verantwortlich macht.
Zum Training zieht es die Berufsschullehrerin gemeinsam mit ihrem Mann Michael meist in die Wupperberge. "Mein Lieblingsanstieg ist der vom Wupperhof hinauf nach Orth", erklärt die ursprünglich aus Bocholt stammende Weiser, die durch den Radsport die Landschaft des Bergischen lieben gelernt hat.
Die 10 000 Kilometer pro Jahr – vornehmlich über den Klingenring – bilden eine gute Basis . "Die ersten Rennen der Saison führen zwar eher über flaches Terrain. Das ist aber gut, um sich in neuer Umgebung erst einmal zu recht zu finden, ehe im Sommer der Saisonhöhepunkt ansteht." Bei den Deutschen Berg-Meisterschaften könnte für Verena Weiser laut Markenbeck "eine vordere Platzierung herausspringen." Die Radsportlerin will sich selbst nicht unter Druck setzen und sieht der ersten Lizenzsaison "locker und entspannt entgegen".
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