Fußball: Dresen ratlos
VON MICHAEL TESCH - zuletzt aktualisiert: 07.05.2007Nach zehn guten Anfangsminuten der Union im Fußball-Oberligaspiel gegen den Zweiten Alemannia Aachen II folgte dann doch der befürchtete Einbruch. Mit dem 0:5 waren die Solinger sogar bestens bedient.
Trotz der 0:5-Niederlage, die durchaus auch hätte weit höher ausfallen können, mochte Jörg Dresen nach dem Abpfiff nicht auf seine Mannschaft „einprügeln.“ Vielmehr gab es sogar ein Lob vom Trainer: „Das war ja heute nicht Bergisch Gladbach, sondern Aachen, und die sind ein Aufstiegsaspirant. Insgesamt habe ich eine Steigerung gesehen.“
Dresen hatte angesichts zehn starker Minuten kurzzeitig sogar die Hoffnung auf einen Erfolg. „Wir haben super angefangen. Ich dachte, heute geht was – aber wenn man keine Tore schießt . . .“ Schon in der dritten Minute hatte Richard Osei auf Vorarbeit von Erkan Ari die ganz große Möglichkeit zur Führung, doch völlig frei vor dem Tor traf der Stürmer nur den Außenpfosten. Erst in der 14. Minute tauchte der Tabellenzweite zum ersten Mal vor dem Union-Tor auf – und schon stand es 0:1. „Wenn man bei einem Freistoß einen Spieler so alleine im Strafraum stehen lässt, dann sagt der natürlich Danke“, kommentierte Dresen die Führung durch Abdul Özgen.
Was anschließend folgte, lief nach dem bekannten Muster ab. Einige Union-Kicker ließen nach dem Rückstand die Köpfe hängen, andere stellten das Fußball spielen ganz ein. Und die wenigen, die noch dagegen hielten, waren in der Unterzahl und so ohne Chance. Was auch Dresen gesehen hatte: „Ich kann einigen Spielern wirklich nur raten, das Union-Trikot einfach nicht mehr anzuziehen. Aber das ist nicht meine Sache, das zu regeln, sondern Aufgabe des Vorstandes.“
In der 25. Minute kam Aachen durch Mario Mutsch zum zweiten Treffer. „Anschließend haben wir gemerkt, dass die Union aus dem Rhythmus kam.“ Für Alemannias Trainer Stefan Emmerling war nach dem 0:3 durch Gordon Addai die Partie vorzeitig entschieden. Und so trat die Bundesliga-Reserve dann auch auf. Gegen Solinger, die kaum mehr Gegenwehr leisteten, erspielten sich die Gäste viele weitere hochkarätige Möglichkeiten. Es war einzig Torhüter Dennis Prostka zu verdanken, dass die Niederlage noch im Rahmen blieb.
Nur noch Özgen (53.) und Thomas Tennageis (70.) schafften es, den Union-Keeper zu überwinden. Der hatte nach dem Schlusspfiff sichtlich Mühe, die Ruhe zu bewahren. „Heute dürfte man mich nicht mit einigen Spielern alleine in ein Zimmer einsperren“, äußerte Prostka deutliche Kritik an der laschen Einstellung mancher Mitspieler. Die war auch dem neuen Trainer Frank Zilles nicht verborgen geblieben. Diplomatisch verzichtet Zilles aber darauf, deutliche Einzelkritik zu üben.
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