Handball: Ein erstarkter Abstiegskandidat
VON GUIDO RADTKE - zuletzt aktualisiert: 08.03.2008Im Hinspiel hatte der Bergische HC noch einen souveränen 34:24-Erfolg gegen die abstiegsbedrohte TSG Münster gefeiert. Mit der Mannschaft der Hinrunde ist der Handball-Zweitligist aus dem Taunus nach der Verpflichtung des Ex-Nationalspielers Jan-Olaf Immel jedoch kaum noch zu vergleichen.
Nach dem letzten Spieltag im alten Jahr waren sie eigentlich schon als Absteiger abgestempelt gewesen. Mit jeweils acht mickrigen Pluspunkten hatten der TV Korschenbroich und die TSG Münster in der 2. Handball-Bundesliga Süd die beiden letzten Plätze inne. Zwar zählen beide Teams auch heute noch zu den Abstiegskandidaten, den Respekt der Konkurrenz haben sie sie sich jedoch mit eindrucksvollen Erfolgen im neuen Jahr erarbeitet.
Der Aufwärtstrend im Taunus hat einen Namen: Jan-Olaf Immel. Seitdem der ehemalige Nationalspieler für die TSG Münster aufläuft, hat der Frankfurter Vorstadt-Klub von seinen fünf Februar-Spielen nur eins (Willstätt) verloren. Immel war vom TV Großwallstadt gekommen, wo sein letzter Einsatz allerdings mehr als zwei Jahre zurückgelegen hatte. Drei Mal war der Rückraumspieler in dieser Zeit an der Schulter operiert worden. Raimo Wilde, der bekanntlich aus Großwallstadt zum Bergischen HC gekommen war, weiß, dass Jan-Olaf Immel keine Chance gehabt hat, wieder in der Ersten Liga Fuß zu fassen. „Für die Bundesliga ist sein Wurf nicht mehr hart genug. Für die Zweite Liga aber reicht’s vollkommen aus, wie er bewiesen hat.“
So ist die aktuelle Mannschaft der TSG Münster mit der, die der Bergische HC in der Hinrunde noch 34:24 besiegt hatte, nicht mehr zu vergleichen. Denn neben „Eike“ Immel verpflichteten die Kelkheimer mit dem Ex-Obernburger Oliver Schulz einen weiteren defensivstarken Akteur. „Mit Immel, Weber und Schulz ist die Abwehr deutlich stabiler geworden“, sagt Wilde.
Vitek brach Training ab
Der Coach des Bergischen HC will wie üblich allerdings weniger auf den Gegner als auf die eigenen Stärken schauen. „Die Münsteraner spielen fast durch. Wir hingegen haben deutlich mehr Alternativen und könnten am Ende die größeren Kraftreserven haben.“ Sorgen bereiten dem Coach vor dem morgigen Heimspiel jedoch die Krankheiten und Verletzungen im eigenen Kader. Jiri Vitek hatte Wilde am Donnerstag erneut aufgrund der immer noch nicht abgeklungenen Beschwerden in der Wade aus dem Training genommen. Sven Hertzberg und Sebastian Aschenbroich haben mit Knieproblemen nur eingeschränkt trainiert. Und Christian Hoße hat die ganze Woche mit Fieber im Bett gelegen. „Wir werden versuchen, seinen Kreislauf bis Sonntag wieder in Gang zu bekommen“, erklärt Raimo Wilde, der ungeachtet dieser Probleme die Erfolgsserie 2008 verlängern und Tabellenplatz vier verteidigen will.
2. Handball-Bundesliga: Bergischer HC – TSG Münster (Sonntag, 17 Uhr, Bayerhalle Sonnborn).
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