Tennis: Ein weiterer frustrierender Tag
VON GUIDO RADTKE - zuletzt aktualisiert: 30.07.2007Es war der frustrierende Moment, in dem der Schalter der Spannung auf Aus gestellt wurde. Ganz so, als ob jemand in einem Zug mit Höchstgeschwindigkeit die Notbremse betätigt hätte.
Nahezu gleichzeitig gingen die letzten beiden Einzel in der Bundesliga-Begegnung des Solinger TC gegen Blau-Weiß Halle in die entscheidende Phase. Nahezu im Gleichschritt schafften es Lars Uebel und Clinton Thomson, sich gegen ihre favorisierten Kontrahenten nach verlorenen ersten Sätzen ins Spiel zu kämpfen. Thomson knöpfte dem Österreicher Werner Aschauer vor allem dank seiner guten Aufschläge den zweiten Abschnitt mit 6:3 ab. Uebel schaffte gegen den Franzosen Marc Gicquel das Rebreak zum 3:3, hatte beim Stand von 4:5 und eigenem Aufschlag gute Chancen, sich ebenfalls in den Champions-Tiebreak zu retten.
Das Duell „David gegen Goliath“ kennt das Quartett des Solinger TC schon aus den vier Auftakt-Begegnungen. Mit Ausnahme der Vorwoche, als der Aufsteiger mit dem Remis in Mannheim ein Achtungserfolg erzielte, hatten sich die Widderter in vielen knappen Spielen Respekt, aber keine Punkte für die Tabelle verdient. Gestern schien der Riese noch größer als Düsseldorf, Erfurt oder Neuss zu sein angesichts der Besetzung, die die Ostwestfalen nach Solingen geschickt hatten. Doch schon mit dem Auftakt-Erfolg von Sascha Klör gegen den Österreicher Diego Hartfield (6:4, 2:6, 11:9) waren die Verhältnisse nicht so, wie sie aufgrund der Summe der Weltranglisten-Platzierungen beider Bundesligisten eigentlich sein sollten (2344:318).
Selbst Marius Zay hatte Alexander Waske im ersten Satz lange Zeit Paroli geboten, erst im letzten Spiel das entscheidende Break kassiert (4:6). Danach dominierte der Daviscup-Spieler mit seinen guten Aufschlägen und ließ Marius Zay in einem Duell mit wenig sehenswerten Ballwechseln keine Chance – es war die einzige klare Niederlage des Tages, die die Solinger kassierten.
Da saß Clinton Thomson neben Karsten Saniter auf der Bank, starrte vor sich hin, biss in sein Handtuch und reagierte kaum auf die Worte seines Trainers. Thomson hatte sein Einzel ausgerechnet mit einem Doppelfehler den Match-Tiebreak (9:11) und damit sein Match gegen Werner Eschauer verloren. Auch Lars Uebel musste Marc Gicquel, der Entscheidungen mit dem Stuhl-Schiedsrichter ausgiebig diskutierte, die entscheidenden Punkte im letzten Spiel überlassen (4:6, 4:6) – obwohl auch er erneut so nah dran war.
Spannung in den Doppeln
Doch selbst nach dem 1:3-Rückstand und verlorenen ersten Sätzen in den Doppeln ließen sich die Solinger nicht entmutigen. Lars Uebel und Clinton Thomson sowie Marius Zay und Sascha Klör schalteten den Schalter der Spannung wieder ein, indem sie Spielabschnitt zwei für sich entschieden. Doch es war einer dieser frustrierenden Tage, wie sie ihn in dieser Bundesliga-Saison schon drei Mal erlebt haben.
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