Eine Frage der Konzentration
VON GUIDO RADTKE - zuletzt aktualisiert: 14.05.2007Mehr als 500 Teilnehmer sorgten beim „AOK-Mountainbike-Cup“ am Halfeshof für eine Rekordbeteiligung. Beim von Velo Solingen organisierten Rennen feierte Dirk Petscheleit ein gelungenes Comeback.
Dirk Petscheleit hält es wie die Mehrzahl der Mountainbiker, die in den Wäldern rund um den Halfeshof unterwegs sind: Er springt von seinem Fahrrad ab, läuft die steilste Stelle auf dem 4,2 Kilometer langen Rundkurs hinab und schiebt sein Gefährt dabei neben sich her. Gleich danach springt der Lizenzfahrer wieder in den Sattel, um tritt mächtig in die Pedale. „Ich wäre keineswegs schneller gewesen, wenn ich den Downhill fahren würde“, begründet der 32-Jährige seine „Ab und Drauf-Taktik“, der dabei von seinen Erfahrungen aus zahlreichen Cross-Rennen profitiert.
Der Downhill unweit der Papiermühle ist die kniffligste Stelle, die von den Teilnehmern des „AOK-Mountainbike-Cups“ volle Konzentration fordert. Nach einer mehrere hundert Meter langen Abfahrt müssen die Mountainbiker ihr Tempo fast bis auf Null drosseln, um nicht unkontrolliert den steilen Abhang zu passieren. Nur die wenigsten Fahrer bleiben an dieser Stelle im Sattel. Das sind die Techniker so wie Petscheleits Vereinskollege Michael Mintert, der die Kurve elegant meistert. Der Respekt ist groß, auch weil es direkt neben dem Waldweg gleich weiter steil hinab zur Wupper geht.
Zu Zwischenfällen kommt es am Downhill jedoch nicht. „Weil jeder Fahrer weiß, dass er hier aufpassen muss, um sich nicht zu verletzten“, weiß Andreas Jacob. Der Vorsitzende von Velo Solingen muss den Krankenwagen stattdessen an eine andere Stelle auf der Strecke lotsen. „Dorthin, wo man eigentlich gar nicht damit rechnet, dass einer stürzen und sich verletzen könnte.“ Alles sei auf den vermeintlich einfachen Teilstücken nur eine Frage der Konzentration.
Während die Spitzenfahrer den Downhill ohne Zeitverlust passieren, nehmen sich andere Radsportler am Wupper-Ufer eine kurze Pause und den Zeitverlust in Kauf, um von der Konkurrenz zu lernen, „Ich will nur mal sehen, ob man hier auch runter fahren kann“, sagt ein Seniorenfahrer, der nach einem unglücklichen Sturz seinen Lenker richten musste.
Comeback nach einjähriger Pause
Für Andreas Petscheleit, der im Vorjahr das Rennen der Senioren-Klasse gewonnen hatte, läuft es bei seinem ersten Start nach einjähriger Pause gut. Mit Platz sechs im NRW-Cup und Rang sieben der Gesamtwertung ist der Web-Designer zufrieden. „Ich habe erst vor einer Woche mein Mountainbike zusammengebaut und habe ein Mal die Strecke am Halfeshof getestet – das war es auch schon an Vorbereitung auf die neue Saison“, die gestern in Solingen mit dem ersten Lauf zum NRW-Cup in Solingen gestartet ist.
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