Fußball: Eine Heimat gefunden
VON GUIDO RADTKE - zuletzt aktualisiert: 22.04.2008Nur zwei Jahre nach ihrer Gründung haben die Solingen Paladins bereits die 100 Mitglieder-Grenze erreicht. Sportlich starten sie in der Verbandsliga, in der das Team von Headcoach Jens Merten im Mittelfeld landen will.
American Football hat in Solingen eine lange Tradition. Vielleicht ist es den Paladins deshalb gelungen, so schnell nach der Gründung des Klubs vor zwei Jahren Fuß zu fassen, obwohl die Sportart einige Jahre von der Bildfläche verschwunden war. „Wir sind bereits zu einer festen Größe gewachsen“, sagt Vorstandsmitglied Levent Günes stolz. Bereits Ende des vergangenen Jahres zählten die Paladins 100 Mitglieder, von denen 70 aktiv auf dem Rasen eingreifen.
Auch sportlich ist bislang alles nach Wunsch verlaufen, auch wenn die Paladins in ihrem Premierenjahr nur Vize-Meister wurden und erst als Nachrücker in die Verbandsliga aufsteigen durften. Am kommenden Sonntag bestreitet der Aufsteiger im Walder Stadion nun sein erstes Heimspiel. Gegner sind die Gelsenkirchen Devils, ein alter Bekannter aus der alten Landesliga-Saison, der ebenfalls noch aufsteigen durfte.
Das Saisonziel: Für Jens Merten ist der Klassenerhalt zu wenig. Daher gibt der Headcoach einen Platz im gesicherten Mittelfeld als Saisonziel aus. „Das ist keinesfalls zu ambitioniert, wenn man unsere starken Neuzugänge berücksichtigt.“ Zwar haben die Paladins mit Anestis Papadopoulos und Philip Naumann zwei gute Akteure verloren. Dem gegenüber stehen jedoch Maik Spieß, Frank Hörner, Chris Schneider und Dennis Kröll, die allesamt den Weg von den Remscheid Amboss nach Solingen gefunden haben. Großes Vertrauen setzt Jens Merten insbesondere in den aus Vietnam zurückgekehrten Sven Theophil. „Er ist ein Spieler, der das Team führen und nach vorne peitschen kann.“
Der Trainerstab: Jens Merten wird in diesem Jahr von drei Trainern unterstützt. Neben Maik Odenhoven und Frank Schroth zählt seit kurzem auch Andreas Budt zur Crew. Budt soll sich hauptsächlich um die Ausbildung der Runningbacks (Ballträger) kümmern.
Das Training: Aller Anfang ist schwer – was auch die Paladins in dem Jahr nach ihrer Gründung erfahren mussten. Dem Stadtdienst Sport und Freizeit waren die Hände gebunden, bei den Bemühungen, den American Footballern geeignete Trainingsflächen zur Verfügung zu stellen. Die eine Einheit am Samstagabend auf einem der Kunstrasenplätze am Weyersberg wurde den Ansprüchen der Paladins nicht gerecht. Die lange Suche nach einem geeigneten Trainingsgelände hat mittlerweile jedoch ein Ende: Der ehemalige Rollhockey-Platz am Schaberg, auf dem an zwei Tagen in der Woche trainiert wird, ist jetzt die Heimat der Paladins. Ferner wurde mit der Stadt Solingen die Vereinbarung getroffen, dass das Walder Stadion in den Tagen vor den Spieltagen für letzte taktische Einheiten genutzt werden kann.
Die Vorbereitung: Ganz zufrieden ist Jens Merten mit dem Leistungsstand seiner Mannschaft noch nicht. „Physisch ist das Team auf einem sehr gutem Level.“ Weil die Paladins allerdings erst neun Mal unter freiem Himmel trainieren konnten, „sind wir spielerisch noch nicht ganz da, wo wir sein sollten“. In zwei Testspielen gegen Leverkusen und Krefeld waren die Paladins zwar deutlich überlegen, einige kleinere Schwachstellen waren aber zu erkennen.
Die Mannschaftsvorstellung: Ähnlich publikumswirksam wie die Baseballer der Solingen Alligators präsentieren sich auch die American Footballer. Dazu zählen Aktionen wie die letztjährige „SWS Lichtblicke Bowl“ oder die Mannschaftsvorstellung einen Tag vor dem Saisonauftakt. Zusammen mit ihren Cheerleadern, den „Fancy Queens“, präsentiert sich das Team am Samstag, 26. April, ab 10.30 Uhr in den Clemens-Galerien. Durchschnittlich kamen in der vorigen Saison zu jedem Landesliga-Spiel 350 Zuschauer. Eine Zahl, die die Paladins in der Verbandsliga, gerne weiter erhöhen würden.
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