Tennis: Geld schießt keine Tore
VON THOMAS RADEMACHER - zuletzt aktualisiert: 02.08.2008Ohne Punkte wollen die Tennis-Spieler des Solinger TC nicht aus der Bundesliga absteigen. „Wir werden weiter alles geben, egal wo es uns am Ende hinführt“, meint Trainer Robert Orlik. Gegen Etuf Essen hat die Truppe alle Chancen.
Als Bundesliga-Aufsteiger haben sich die Essener bislang gut geschlagen. Vier Punkte stehen aus den ersten sechs Begegnungen zu Buche. Mit Philipp Kohlschreiber und Stefan Koubek befinden sich jedoch auch einige Hochkaräter auf der Meldeliste der Mannschaft. Angesichts des Restspielplanes des Solinger Tennis Clubs, scheint die Partie gegen Essen jedoch trotzdem die letzte große Chance zu sein, auch mal einen Punkt für die Tabelle zu erzielen.
Dass ein eventueller Erfolg im Kampf um den Klassenerhalt neue Hoffnung bringen würde, ist jedoch unwahrscheinlich. Die Klingenstädter trennen drei Spieltage vor Schluss zwei Siege von einem Nichtabstiegsplatz – und in den kommenden Wochen stehen Begegnungen gegen den Ersten (Aachen) und Dritten (Halle) an.
Doch das ist der Orlik-Truppe egal. „Wir wollen uns auf keinen Fall ohne Punkte aus der Bundesliga verabschieden“, sagt der Coach, der ein wenig damit hadert, dass es bisher noch nicht geklappt hat. „Wir hatten immer unsere Chancen, das Team kämpft – da war schon viel Pech dabei“, erläutert Orlik. „Aber es ist, wie es ist: Nominell sind wir immer Außenseiter.“
Vertrautes Personal
Vertrauen wird der Coach erneut seiner deutschen Auswahl. So sind Gero Kretschmer, Alexander Flock und Clinton Thomson wohl für die Einzel gesetzt. Wer in der vierten Partie antritt, ist noch fraglich. Teure ausländische Spieler für die letzten Spiele zu holen, kommt aber wohl nicht mehr in Frage. „Jetzt geben wir auch denen die Chance, noch etwas daraus zu machen, die sich die ganze Saison für uns reingehängt haben“, sagt Orlik. „Außerdem ist es bekanntlich nicht sicher, dass wir gewinnen, wenn wir unsere Ausländer holen.“ In Reutlingen ist das Team in starker Besetzung angetreten und hat eine seiner enttäuschendsten Partien abgeliefert. „Im Fußball sagt man, Geld schießt keine Tore. Das ist im Tennis nicht anders.“ Der STC kann mit allen mithalten. So lautet die Erkenntnis der diesjährigen Tennis-Saison – auch wenn bislang nicht einmal ein Unentschieden herausgesprungen ist. „Wenn uns die Zuschauer wieder so unterstützen wie am vergangenen Sonntag gegen Krefeld, können wir unseren ersten Sieg schaffen“, ist sich der Trainer sicher.
„Unsere Spieler werden sich reinhängen, nicht nur für sich, sondern für den Verein.“ Genau das wollten Kretschmer und Co. auch symbolisieren, als sie vor der vergangenen Partie gegen Krefeld die Trikots getauscht haben und jeweils mit dem Namen eines Teamkameraden auf dem Platz standen. So spielte Thomson mit dem Aufdruck „Flock“ auf dem T-Shirt.
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