Gemischte Gefühle
VON MICHAEL TESCH - zuletzt aktualisiert: 08.01.2009 - 13:00Am Rande des Trainingsauftaktes von Fußball-Niederrheinligist Union Solingen deutete Peter Deutzmann an, dass er vielleicht doch nicht – wie eigentlich vor Wochen erklärt – für den Vereinsvorsitz kandidieren wird.
„Es wird kalte Füße geben“, hatte Trainer Frank Zilles schon im Vorfeld des gestrigen Trainingsauftaktes beim Fußball-Niederrheinligisten angekündigt. Und kalte Füße holten sich die Spieler dann gestern tatsächlich auch – zumindest auf dem Weg zum Trainingsnebenplatz und vor dessen Eingangstor im Ohligser Stadion. Denn das war abgeschlossen und auch das Flutlicht war nicht an. So musste Zilles dann kurzfristig in die Rolle des Schlüsselmeisters schlüpfen, damit es endlich los gehen konnte. Die Spieler nahmen das Warten mit Humor. „Trotz der eisigen Kälte ist die Union heiß auf die Rückrunde“, erklärte Samuel Sibilski lachend.
Bis auf Markus Weiss (beruflich verhindert) waren gestern alle Spieler dabei – auch die beiden Langzeitverletzten Sascha Meier und Udo Wimmershoff. „Ich bin guter Dinge, dass der Knöchel halten wird“, erklärte Wimmershoff. Neben Neuzugang Hakan Simsek (TuRU Düsseldorf) trainierte gestern mit Patrick Hermann auch ein Gastspieler mit. Der 21-jährige Allrounder war zuletzt beim Wuppertaler SV/Borussia II aktiv, hatte aber das letzte halbe Jahr pausiert.
So gut die Laune der Spieler gestern beim Auftakt ins neue Jahr war, so schlecht war sie bei Union-Chef Peter Deutzmann. Der designierte Vorsitzende machte gestern keinen Hehl aus seinem Frust, dass die dringend erhoffte wie auch nötige Unterstützung von Seiten der Solinger Wirtschaft immer noch nicht erfolgt sei. „Wir haben uns innerhalb des Vorstandes jetzt eine Deadline gesetzt und wir werden anschließend zur Mitgliederversammlung einladen. Die Union ist jetzt am Scheideweg. Wir brauchen externe Hilfe und wenn die nicht erfolgt, müssen wir über Konsequenzen nachdenken.“ Selbst einen Rücktritt aus dem Vorstand mochte Deutzmann gestern nicht ausschließen.
Finanzloch
Der Union-Vize erklärte, dass es noch nicht gelungen sei, das Finanzloch zu stopfen, das der ehemalige Vorsitzende Christian Werth hinterlassen hat. „Eins ist jedenfalls sicher. Wir werden nicht mit einer Etatlücke in die neue Saison gehen – egal welche Liga.“ Deutzmann betonte aber, dass derzeit keine Spielergehälter offen sind. „Es ist alles bezahlt.“ Auch die Neuverpflichtung erklärte er: „Dass wir Hakan Simsek verpflichten konnten, liegt nur am längeren Ausfall von Ede Yotla.“ Da hier die Berufsgenossenschaft einspringen wird, war es möglich, den ehemaligen TuRU-Spieler zu holen.
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