Baseball: Im 20.000-Zuschauer-Stadion
zuletzt aktualisiert: 27.11.2007In Taiwan hat zum ersten Mal eine deutsche Baseball-Nationalmannschaft ein Spiel bei einer WM gewonnen. Vier Spieler der Alligators waren dabei: Enorbel Marquez Ramirez, Kai Gronauer, Dominik Wulf und André Hughes.
Nach ihrer Rückkehr aus Taiwan, wo Enorbel Marquez Ramirez, Kai Gronauer, Dominik Wulf und André Hughes mit der deutschen Baseball-Nationalmannschaft bei den Weltmeisterschaften im Einsatz waren, hat Thomas Rademacher die vier Solinger Spieler nach ihren Eindrücken gefragt.
Dominik Wulf „In Taiwan gab es für mich zwei Highlights. Zum einen haben wir 2:0 gegen Thailand gewonnen. Das war einfach eine Super-Sache, weil es der erste WM-Sieg war“, erläutert der beste Solinger Schlagmann. Nicht jeder hatte im Vorfeld mit dem Erfolg gerechnet. „Wobei ich zugeben muss, dass uns die Thailänder körperlich unterlegen waren.“ Beeindruckt hat Wulf außerdem der schnellste Aufzug der Welt im 101-Tower. Mit 16,8 Metern pro Sekunde werden die Besucher auf die Besucherplattform des bis vor kurzem höchsten Gebäudes der Welt katapultiert. „Das ist einfach unglaublich schnell. Man merkt wirklich, wie einem das Blut in die Füße schießt.“
Enorbel Marquez Ramirez Für den geborenen Kubaner waren die WM-Spiele eine besondere Herausforderung. „Ich war mit der Idee im Koffer angereist, ein Spiel zu gewinnen. Das ist mir leider nicht gelungen“, meint der inzwischen für die deutsche Nationalmannschaft tätige Pitcher. Der Alligators-Werfer wurde in zwei Partien gegen die Spitzen-Mannschaften aus Venezuela und Australien eingesetzt. Marquez-Ramirez warf hervorragend, kassierte gegen Venezuela bis zu seiner Auswechslung nur einen Gegenpunkt, gegen Australien im kompletten Spiel nur vier Zähler, musste sich aber trotzdem geschlagen geben. „Das war auch für mich eine sehr gute Erfahrung.“ Früher hat Marquez-Ramirez in Kuba zwar auf hohem Niveau gespielt, die Qualität bei der WM sei aber dennoch besser gewesen.
André Hughes „Mich haben vor allem die riesigen Stadien beeindruckt“, meint André Hughes. Der linkshändige Werfer hatte mit guten, ausgebauten Spielstätten gerechnet, „doch dass dort 20 000 Zuschauer hineinpassen, hatte ich nicht vorher gedacht.“ Die Menschen in Taiwan sind total Baseball begeistert. Auf den Straßen wurde die WM überall beworben, bei den Partien der heimischen Mannschaft, Chineses Taipeh, waren die Stadien ausverkauft. „Umso enttäuschter war ich von der Kulisse bei unseren Spielen“, erklärt Hughes. „Da waren höchstens 10 Zuschauer. Es waren ungelogen mehr Platzanweiser da als Publikum, das angewiesen werden könnte.“ Ähnliche Geister-Stimmung herrschte bei den Partien der anderen Mannschaften. Bei den Begegnungen des heimischen Teams sei die Stimmung jedoch grandios gewesen. „Das war wie beim Fußball, wenn Deutschland gegen Holland spielt.“
Kai Gronauer „Das Spiel gegen Kuba war für mich eines der schönsten Erlebnisse, die ich je hatte“, musste Kai Gronauer nicht lange über sein Taiwan-Highlight nachdenken. Kein Wunder: Der Alligators-Catcher hat bei der 3:7-Niederlage gegen den späteren Finalisten eine Top-Leistung geboten – sowohl defensiv als auch offensiv. Im ersten Durchgang erfüllte sich Gronauer mit einem 2-Punkte-Homerun einen Traum. „Es war cool, gegen die zu spielen. Die Kubaner haben Spieler im Kader, die in Amerika locker professionell spielen könnten.“ Die beste Team-Leistung habe Team Deutschland jedoch gegen Australien geboten. „Da waren wir einfach fehlerlos. Schade, dass es nur zu einem 2:4 und nicht zur großen Überraschung gereicht hat.“
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