Tennis: Im Rhythmus bleiben
VON GUIDO RADTKE - zuletzt aktualisiert: 13.07.2007Als Nummer Eins des Tennis-Bundesligisten Solinger TC hat Gero Kretschmer nahezu unlösbare Aufgaben zu bewältigen. Am Sonntag in Erfurt heißt die nächste Herausforderung vermutlich Dominik Hrbaty.
Gero Kretschmer geht auf den Platz und weiß, dass er ihn mit größter Wahrscheinlichkeit als Verlierer wieder verlassen wird. Der frühe Meldeschluss beim Deutschen Tennis-Bund im April wollte es so, dass der 22-Jährige in der Bundesliga die neue Nummer Eins beim Solinger TC sein sollte. Gegen den Düsseldorf Juan Monaco (Spanien / ATP 31) und den Neusser Potito Starace (Italien /46 ) hat der Kölner schon gespielt, weitere Duelle mit Weltklasse-Spielern werden bis zum Saisonende am 18. August noch folgen – so wie am Sonntag in Erfurt, wenn wohl der Slowake Dominik Hrbaty (32) Kretschmers nächster Gegner sein wird.
Bei den drittklassigen Future-Turnieren ist Gero Kretschmer aufgrund seiner Platzierung in der Weltrrangliste derjenige, vor dem die Gegner Respekt haben. In der Bundesliga schaut er zu seinen Kontrahenten auf. „Es ist eine interessante Erfahrung, weil ich erkenne, woran ich noch arbeiten muss“, sagt Gero Kretschmer. Die erwarteten Niederlagen an den ersten beiden Spieltagen scheint er locker weggesteckt zu haben. „Ich habe es bislang noch nicht geschafft, dass Niveau über zwei Sätze zu halten und im entscheidenden Moment die wichtigen Punkte zu machen.“ Die haben Juan Monaco und Potito Starace erzielt und die Solinger Nummer Eins jeweils mit einer 4:6, 0:6-Niederlage vom Platz geschickt.
Konstant gut gespielt
Die gewonnenen Erfahrungen will sich Gero Kretschmer zu nutze machen, um nach Ende der Bundesliga-Saison den nächsten kleinen Sprung in seiner Karriere als Tennisprofi zu machen und gute Ergebnisse bei den deutlich besser dotierten Challenger-Turnieren erzielen. „Ich kann noch nicht behaupten, dass mir der Durchbruch gelungen wäre.“ Kretschmer habe Anfang des Jahres zum ersten Mal konstant gut gespielt und so zumindest den relativ großen Sprung unter die Top 400 der Weltrangliste geschafft. Drei Mal innerhalb von fünf Wochen hatte er Anfang 2007 im Seminfinale eines Future-Turniers.
Mit den letzten beiden Monaten war Gero Kretschmer allerdings weniger zufrieden. „Die waren nicht so prickelnd, weil ich einige Erstrunden-Niederlagen hatte einstecken müssen.“ Das fehlende Glück bei der Auslosung, die ihm oftmals unangenehme Gegner bescherte, habe dabei auch eine Rolle gespielt. Hinzu kam eine Fußverletzung, als er vor einigen Wochen beim Training umgeknickt war. „Die fünf Tage Pause haben mich aus dem Rhythmus gebracht.“
Selbstbewusstsein tanken
Damit Gero Kretschmer trotz der Niederlagen in der Bundesliga in diesen Wochen im Rhythmus bleibt, hat er so wie in dieser Woche in Römerberg bei Turnieren gemeldet. Weil die Solinger Nummer Eins in jedem Fall sonntags wieder für die Widderter im Einsatz sein wird, geht der Tennisprofi derzeit mit der unbefriedigenden Einstellung in die Turniere, nicht um den Gesamtsieg spielen zu können. Die Devise lautet viel mehr: Matches spielen, viel ausprobieren und Selbstbewusstsein tanken – damit er bei einer Bundesliga-Begegnung den Platz vielleicht doch als Sieger verlassen kann.
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