Kategorie "Erfahrung sammeln"
zuletzt aktualisiert: 16.04.2009Die Osterferien kommen Benjamin Cremer ganz gelegen. "Ich bin ganz schön platt von der Reise", sagt der Degenfechter des Wald-Merscheider TV nach seiner Rückkehr aus Belfast. Die Einzel-Konkurrenz von vorigem Donnerstag sowie der Mannschaftswettbewerb zwei Tage später bei den Junioren-Weltmeisterschaften steckt dem 18-Jährigen immer noch in den Knochen.
"Die Strapazen aber haben sich gelohnt", erklärt Cremer, obwohl er sich insgeheim eine bessere Platzierung im Gesamtklassement als Rang 20 erhofft hatte. "Das ist zwar nicht schlecht, aber ich hatte mir eigentlich zum Ziel gesetzt, eine Runde weiterzukommen." Den Sprung ist Achtelfinale allerdings hatte ihm Jokim Vonen verbaut (10:15). "Manchmal liegt einem ein Gegner überhaupt nicht." So sei das auch mit dem Norweger gewesen. "Er war sehr ungemütlich, es hat einfach nicht gepasst."
Ähnlich erging es Benjamin Cremer im Teamwettbewerb gegen Südkorea, als er bei einer 9:8-Führung für Deutschland auf die Planche kam und sie nach drei Minuten bei einem 13:20-Rückstand wieder verließ. "Die Asiaten sind ganz schwer zu fechten, weil sie das ganze Jahr auf keinem Weltcup-Turnier dabei sind und man sich daher nur schwer auf deren ungewohnten Stil einstellen kann." Am Ende verpasste das deutsche Quartett das Halbfinale mit 44:45.
Benjamin Cremer stuft den Auftritt in die Kategorie "Erfahrung sammeln" ein, damit es bei der nächsten Weltmeisterschaft ganz anders verläuft. Denn im Gegensatz zu Sebastian Glane (Osnabrück), der aktuellen Nummer Eins der Deutschen Junioren-Rangliste, muss der Solinger wie sein Vereinskollege Falk Spautz noch nicht die Altersklasse wechseln. "Das wäre doch klasse, wenn zwei Solinger Deutschland bei der Europa- und Weltmeisterschaft vertreten würden." Unrealistisch sei das Ziel keinesfalls.
Hübers Sieg gegen Angstgegner
Ein ähnliches Fazit wie Benjamin Cremer zog auch Säbelfechter Richard Hübers. Platz zehn bei der ersten Teilnahme an einer Weltmeisterschaft sei ganz in Ordnung. Den für Dormagen startende Solinger wurmte es jedoch, dass er bei den Kadetten in der zweiten K.o.-Runde die Segel streichen musste. "Das Turnier war für mich bis dahin perfekt verlaufen", sagt Hübers, der sich vor allem über den Erstrunden-Sieg gegen seinen Angstgegner Maximilan Kindler (Eislingen) gefreut hat. Wohl noch im Freudentaumel habe Hübers das erste Drittels seines folgenden Gefechts gegen Yevgeniy Statsenko verschlafen. Den 3:8-Rückstand hatte Hübers gegen den Ukrainer nicht mehr aufholen können (11:15).
"Kommendes Jahr mache ich es hoffentlich besser." Der 16-Jährige geht davon aus, dass die WM in Irland nicht sein letzter großer internationaler Auftritt gewesen ist. Als einer der Jüngeren im deutschen Team startet Hübers auch weiterhin in der A-Jugend.
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