Tennis: Körpersprachen
zuletzt aktualisiert: 21.07.2008Für jeden Scherz zu haben war Alexander Flock nach seinem überzeugenden Zwei-Satz-Erfolg gegen Oliver Patience (6:3, 6:4). Als die Nummer Eins des Solinger Stamm-Kaders die ersten Glückwünsche entgegen genommen hatte, ließ er sich von Gero Kretschmer mit einem zum Mikrofon „umfunktionierten“ Handy vor den Augen der Presse zu einem Spaß-Interview bewegen.
„Du darfst dir gegen so einen Spieler keine Nachlässigkeiten erlauben“, sagte der Lockenkopf. „Dann kannst Du auch gewinnen.“ Und Alexander Flock hatte sich gestern an Position drei keine Nachlässigkeiten erlaubt. Von Beginn an spielte die Nummer 319 der aktuellen Weltrangliste konzentriert und ließ sich auch von den emotionalen Spielchen seines Kontrahenten nicht in Sicherheit wiegen. Oliver Patience (ATP 170) diskutierte bei knappen Entscheidungen mit der Schiedsrichterin, donnerte seinen Schläger wiederholt auf den Boden des Platzes und redete des Öfteren mit sich selbst. Flock aber blieb ruhig, auch wenn ihm mal ein Schlag nicht so gelungen war, wie er ihn eigentlich gehabt hätte. So war er er es, der die Faust ballte, als er seinen dritten Matchball verwandelte (6:3, 6:4).
Auf dem Nachbarplatz nur wenige Meter weiter war das Bild der Körpersprachen das gleiche. Der eine missbrauchte seinen Schläger zum Luft ablassen, der andere spielte ganz solide seinen Stiefel herunter. Im Match an Position vier aber war es Clinton Thomson, der die Rolle des Verlierers eingenommen hatte. Dick Norman (ATP 255) musste nicht viel anders machen, als auf die Fehler des mit sich selbst unzufriedenen Deutsch-Australiers zu warten. Bei einem Aufschlagspiel in Bedrängnis gekommen ist der Belgier erst, als es aus Thomsons Sicht schon zu spät war. Drei Breakbälle ließ er ungenutzt, um das Spiel Dick Norman zu überlassen und sein Match abzugeben (2:6, 2:6).
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