Tennis: Kretschmer sorgte für Hoffnung
VON THOMAS RADEMACHER - zuletzt aktualisiert: 28.07.2008Das dürfte es gewesen sein für den Solinger Tennis-Club. Im Abstiegsduell gegen Blau Weiß Krefeld kassierten die Widderter ihre sechste Niederlage im sechsten Duell. Erneut wäre mehr drin gewesen, doch was bleibt sind keine Punkte und ein beinahe besiegelter Abstieg aus der Tennis-Bundesliga.
Nickelig ging es zu zwischen Gero Kretschmer und Franco Ferreiro. Der Spanier gehört anscheinend nicht zu den angenehmsten Kontrahenten, die sich ein Tennisspieler wünschen kann. Die Schiedsrichterin musste sich einige Beschwerden anhören, aber auch Kretschmers Pausen zwischen den Ballwechseln wurden seitens des Spaniers als zu lang empfunden und entsprechend kommentiert.
Spätestens als Gero Kretschmer im sechsten Spiel des zweiten Satzes nach einiger Zeit der Diskussion zu seinem Gegner besonnen herüber rief, man solle doch jetzt Tennis spielen, war der Spaß vorbei. Ferreiro antwortete: „Hey, no talk to me“ – also: „Sprich nicht mit mir.“ Folglich war das Publikum fortan mit aller Leidenschaft dabei.
Trotzdem ging der zweite Durchgang knapp an den Spanier. Ein frühes Break rettete die Krefelder Nummer drei bis zum 6:4-Erfolg. Chancen zum Re-Break hatte Gero Kretschmer genug, doch der entscheidende Punkt wollte dem Solinger nicht gelingen. Das war im ersten Satz noch anders gewesen. Kretschmer hatte das Geschehen diktiert, 6:2 gewonnen und die Laune seines Gegner sichtlich gesenkt.
Entscheiden musste also der Champions-Tiebreak, dessen Höhepunkt nicht einmal auf dem Platz stattfand. Bei 7:6-Führung für Kretschmer ließ sich Ferreiro, nachdem er bereits zuvor dafür verwarnt worden war, zu viel Zeit vor seinem Aufschlag. Es folgte eine zweite Verwarnung und damit das 8:6 für Kretschmer, der fünf Punkte später seinen dritten Matchball mit einem Ass verwandelte.
„Der Strafpunkt war eigentlich nur die logische Folge“, meinte Gero Kretschmer glücklich nach dem knappen Sieg. „Er hatte sich vorher oft nicht fair verhalten.“ So hatte der Spanier im letzten Spiel des zweiten Satzes nicht zugegeben, einen Ball, der irrtümlich zunächst ausgegeben worden war, schon gespielt zu haben und forderte zwei neue Aufschläge. „Da habe ich mich schon sehr drüber geärgert“, sagte Kretschmer. „Zum Glück habe ich immer wieder in meinen Rhythmus gefunden.“
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum



