Tennis: Mission Klassenerhalt
VON GUIDO RADTKE - zuletzt aktualisiert: 09.04.2008Bis zuletzt hatte Kurt-Reiner Witte gepokert. Mit nahezu dem gleichen Etat wie in der vorigen Bundesliga-Saison, als ausschließlich deutsche Spieler für den Solinger TC um den Klassenerhalt gekämpft haben, hat der Vorsitzende nicht nur die Größe, sondern auch die Qualität des Kaders deutlich erhöht – zumindest was die aktuellen Positionen der Tennisprofi in der Weltrangliste betrifft.
„Mit diesem Team steigen unsere Chancen gewaltig“, sagt Witte, der aber nach wie vor betont: „Für uns bedeutet der Klassenerhalt so viel wie für andere der Gewinn der Deutschen Meisterschaft.“
Der größte Coup ist dem STC-Vorsitzenden mit der Verpflichtung des Israeli Dudi Sela gelungen. „Er ist mir schon vor einiger Zeit aufgefallen und passt vom Alter und seiner Art hervorragend zu uns“, sagt Kurt-Reiner Witte über den 23-Jährigen, der aktuell auf Position 59 der Weltrangliste geführt wird. Neben Sela taucht ein zweiter Top 100-Spieler auf der Meldeliste des Solinger TC auf, die morgen beim Deutschen Tennis-Bund abgegeben werden muss: Der Serbe Boris Pashanski ist derzeit die Nummer 94. „Zusammen mit Joseph Sirianni sind wir oben sehr gut aufgestellt und für die Konkurrenz nicht so berechenbar, wie wir es vor einem Jahr mit unserem kleinen Kader gewesen waren“, sagt Kurt-Reiner Witte. „Es könnte ein spannender Sommer werden.“
Der Vorsitzende baut auf den Überraschungseffekt. Denn in jeder der neun Begegnungen werden nicht alle ausländischen Profis anwesend sein. „Zum einen könnten wir uns das nicht leisten, zum anderen würde das nicht den Vorstellungen eines familiären Klubs entsprechen.“ Kurt-Reiner Witte betont, dass die bekannten Gesichter in jeder Partie den Stamm der Mannschaft bilden werden. Neben Gero Kretschmer, Clinton Thomson, Marius Zay und Alexander Flock zählt er auch Neuzugang Bastian Knittel dazu. Für die Topspieler hingegen sind bis zu drei Einsätze vertraglich geregelt worden.
Diese Regelung betrifft auch den Slowaken Ivo Klec und Robert Lindstedt. Der Schwede wird nicht mehr in der Einzel-Weltrangliste geführt, gilt aber ebenso wie Michael Kohlmann als Doppelspezialist. Der Wahl-Münchner Klec hingegen steht nur als Ersatzmann parat, falls die Solinger wie im Vorjahr vom Verletzungspech verfolgt sein sollten. „Das alles ist keine Garantie“, weiß Witte. Denn die Bundesliga ist in diesem Jahr so stark wie nie.
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