Tennis: Operation statt Daviscup
VON GUIDO RADTKE - zuletzt aktualisiert: 06.09.2007Auf Anraten der Ärzte lässt sich Michael Kohlmann heute in München am Knie operieren. Daher muss der Tennisprofi des Solinger TC auf seinen Einsatz im Daviscup-Halbfinale gegen Russland verzichten.
Das Daviscup-Halbfinale hätte der Höhepunkt seiner Karriere werden sollen. Michael Kohlmann war zusammen mit Alexander Waske für das Doppel gesetzt, dass vom 21. bis 23. September in Moskau für Deutschland spielen sollte. Gestern verkündete der Tennisprofi des Solinger TC schweren Herzens, dass er auf einen Einsatz verzichten muss. Daviscup-Teamchef Patrick Kühnen bezeichnete die Absage als herben Verlust für die Mannschaft. „Michael hat mich in New York angerufen und erklärt, dass die Ärzte ihm geraten haben, sich operieren zu lassen.“
Immer wieder hatte Michael Kohlmann in den vergangenen Wochen über Schmerzen im Knie geklagt. Mal waren es mehr, mal waren es weniger – so wie in der Zeit, als der 32-Jährige dem Solinger TC in der Bundesliga sporadisch zur Verfügung stand. Am dritten Spieltag stand Kohlmann in Erfurt auf dem Platz, um danach zu erkennen, dass die Verletzung noch nicht verheilt war. In den beiden entscheidenden Begegnungen um den Klassenerhalt gegen Nürnberg und Reutlingen stellte sich der Doppelspezialist wieder in den Dienst der Mannschaft, um danach sogar bei den US-Open in New York gemeinsam mit Rainer Schüttler in Runde zwei vorzudringen. „Ich habe dabei jedoch unter so großen Schmerzen gespielt, dass das Auftreten und Abstoppen praktisch unmöglich sind.“ Ursache ist immer noch der Anriss der Patellasehne, den sich Kohlmann im Juni in seinem Zweitrunden-Match auf dem Rasen von Wimbledon zugezogen hatte.
Die wichtigsten Punktelieferanten
Im Daviscup waren Michael Kohlmann und Alexander Waske bislang die wichtigsten und beständigsten Punktelieferanten gewesen. Vor einem Jahr gegen Thailand in der Abstiegsrelegation (4:1) sowie in diesem Jahr in den Begegnungen gegen Kroatien und Belgien (jeweils 3:2) gewann das Duo alle drei Doppel. „Beide haben großen Anteil daran, dass wir überhaupt bis ins Halbfinale gekommen sind.“ Bis zum kommenden Dienstag hat Patrick Kühnen Zeit, den Rückschlag zu verarbeiten und sich Gedanken über eine Alternative für Kohlmann zu machen. „Das ist eine wichtige Entscheidung, für die ich noch etwas Zeit benötige“, sagte er in New York, um zugleich zu betonen: „Wir werden auf jeden Fall ein vernünftiges Doppel auf den Platz bringen.“
Schon heute soll Michael Kohlmann in München am Knie operiert werden. Auch ein Einsatz im möglichen Daviscup-Finale – wenn Deutschland gegen Russland gewinnen sollte – scheint für ihn außer Reichweite. Nach dem ärztlichen Eingriff wird der Doppelspezialist mindestens drei Monate ausfallen. Davon will sich der Solinger allerdings nicht abhalten lassen, trotzdem in Moskau dabei zu sein: „Wenn es irgendwie möglich ist, wäre ich zumindest gerne als Zuschauer dabei.“
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