Badminton: Remis nach Favoriten-Plan
VON GUIDO RADTKE - zuletzt aktualisiert: 04.10.2010Steilvorlage im MixedZum Heimauftakt in der 2. Bundesliga machte es der STC Blau-Weiß Solingen zwei Mal spannend. Gegen Wittorf vergab der Aufsteiger die Chance zum Sieg, gegen den TSV Trittau wurde eine Aufholjagd mit dem 4:4 gekrönt.
Linda Sloan konnte sich das Gähnen zwischendurch nicht verkneifen. Die Müdigkeit der kurzen Nacht steckte der Schottin noch tief in den Knochen. Um 2.30 Uhr in der Nacht hatte ihr Wecker geklingelt. Zweieinhalb Stunden später saß der Neuzugang des STC Blau-Weiß Solingen im Flieger von Brünn nach Prag, von wo die Reise nach Düsseldorf fortgesetzt wurde. So war Linda Sloan pünktlich zum Saisonauftakt vor heimischem Publikum in der Humboldthalle.
In Brünn hatte Linda Sloan am Freitag noch im Hauptfeld der "Czech International" gestanden. Nach dem Erstrunden-Sieg gegen die Russin Kesnia Polirkapova (21:16, 21:14) war für die 21-Jährige das Turnier nach der 18:21, 12:21-Niederlage gegen die an Acht gesetzte Patty Stolzenbach (Niederlande) gegen 20 Uhr beendet gewesen. "An Schlaf war erst mal nicht zu denken", sagte die Glasgowerin, die demnach etwas Mühe hatte, in ihrem ersten Match in Solingen in Tritt zu kommen.
Ohne Linda Sloan im Kader des Aufsteigers wäre Lutz Lichtenberg vor dem ersten Aufschlag in der von der Solinger Morgenpost präsentierten Begegnung gegen Blau-Weiß Wittorf wohl nicht so zuversichtlich gewesen, wie er vorab im Gespräch verriet: "Wenn sich alle Favoriten durchsetzen, ist ein 4:4 realistisch. Insgeheim hoffe ich natürlich auf einen knappen 5:3-Sieg." Viel fehlte nicht, und die Mannschaft hätte ihrem Teamchef diesen Wunsch erfüllt.
Wenks Bundesliga-Comeback
Die ersten Matches verliefen nach besagtem Favoriten-Plan. Kerstin Wenk gab 14 Jahre nach ihrem letzten Bundesliga-Einsatz (damals für den Ohligser TV) an der Seite von Sandra Groß notgedrungen ein Comeback in der zweithöchsten Klasse. "Wir hoffen, dass zum nächsten Spieltag zumindest wieder Samantha Barning zur Verfügung steht", erklärte Lutz Lichtenberg den Notfallplan für die Besetzung der zweiten Dame im Kader. Wie Barning ist auch Helen Davies aktuell verletzt. Wenk / Groß schlugen sich gegen Munn-Tzin Bong und Ina Voigt achtbar, nur gefährden konnten sie das Duo nicht. Gleiches galt für Matthias Kissing und Blagovest Kisyov im zweiten Satz gegen Rafal Hawel und Philipp Droste. Nachdem die Solinger eine 18:14-Führung verspielt und Abschnitt eins mit 19:21 abgegeben hatten, war es vorbei mit dem aggressiven Spiel, das ihnen viele Punkte beschert hatte (14:21).
Den beiden Niederlagen standen zwei Erfolge von Rio Wilianto und Nathan d'Cruz im Herren-Doppel sowie Linda Sloan im Damen-Einzel gegenüber. "Als der Kreislauf wieder in Schwung war, lief es ganz gut." Dafür hatte die sie fast 30 Ballwechsel benötigt.
Als sich mit dem anfangs zu brav agierenden Nathan d'Cruz gegen Jan Strehse, Rafal Hawel gegen den mit sich unzufriedenen Blagovest Kisyov sowie den brillant auftrumpfenden Rio Wilianto und Linda Sloan im Mixed auch die weiteren Favoriten durchsetzen, war alles bereit für einen spannenden Ausklang. Matthias Kissing kämpfte sich nach Verlust des ersten Satzes (17:21) mit einem 21:14 zurück. Nach einem ungenutzten Matchball beim Stand von 20:19 waren es die kleinen Fehler, die Entscheidung zugunsten von Philipp Droste brachten. So mussten sich die Solinger den Jubel über den ersten Saisonsieg verkneifen.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum



