Fußball: Schiri setzte den VfB auf die Verliererstraße
VON MICHAEL TESCH - zuletzt aktualisiert: 30.08.2010Rheydter SV – VfB Solingen 4:1 (1:1). Die Enttäuschung über die 1:4-Niederlage in Rheydt wich in Reihen des VfB Solingen schnell der Erkenntnis, gegen ein wirkliches Spitzenteam der Fußball-Landesliga verloren zu haben. "Der Sieg des RSV geht insgesamt in Ordnung", erklärte Co-Trainer Michael Dörken nach dem Schlusspfiff anerkennend.
Allerdings wäre die Begegnung vielleicht anders verlaufen, wäre die Pfeife von Schiedsrichter Sebastian Lattberg kurz vor der Pause nach einer Aktion von Daniel Esselborn stumm geblieben. "Der Elfmeterpfiff war ein Witz", ärgerte sich Dörken. Seine Einschätzung wurde auch von Rheydter Seite bestätigt, die von einem Geschenk sprachen. Das kam für die Gastgeber allerdings zum richtigen Zeitpunkt. Doppeltes Pech für den VfB: Sven Niehus, der vereinbarungsgemäß in Rheydt zwischen den Pfosten stand, konnte den Strafstoß von Daniel Puzic zwar parieren. Da Christian Poweleit zu früh in den 16er gelaufen war, ließ der Unparteiische den Elfmeter wiederholen. Puzic nutzte seine zweite Chance zum Ausgleich (45.).
Defensive Variante
Trainer Karsten Ditscheid hatte sich gegenüber dem jüngsten Heimspiel gegen Grevenbroich für eine taktisch defensivere Aufstellung mit nur einem Angreifer (Serkan Gürdere) entschieden. Nachdem die Solinger die erste Drangperiode der Mönchengladbacher schadlos überstanden hatten, auch dank einiger guter Parden von Niehus, fanden die Baverter besser ins Spiel. Eine Standardsituation brachte in der 38. Minute sogar die Führung für den VfB. Sebastian Claus hatte einen Freistoß ans Lattenkreuz genagelt, Alberto Scalino reaktionsschnell den Abpraller versenkt.
Nach dem Wiederanpfiff erhöhten die Gastgeber noch einmal das Tempo. Per Strafstoß – dieses Mal berechtigt, da Esselborn tatsächlich gefoult hatte – besorgte Pusic in der 51. Minute die Führung für Rheydt. Als Thomas Tümmers keine vier Minuten später einen Konter gefühlvoll per Schlenzer über Niehus mit dem 3:1 abschloss, schien die Begegnung entschieden. "Da haben wir die Notbremse gezogen und gewechselt, weil die Gefahr bestand unterzugehen", begründete Dörken die Einwechslung von Dimitri Bacopoulos (68. / für Dominik Montag) und Müslüm Vural (68. / für Nikola Aleksic).
Da Rheydt das Spiel nach dem 3:1 aber scheinbar abgehakt hatte und fortan leichtfertig agierte, kam der VfB plötzlich wieder zu Möglichkeiten. Zweimal Rossi Tilaro und anschließend auch Daniel Esselborn hätten es mit ihren Möglichkeiten noch einmal spannend machen können. Als die Gäste in der Schlussphase alles nach vorne warfen, wurden sie in der Schlussminute mit dem 4:1 durch den überragenden Dogan Topcu bestraft.
"Um die 70. Minute hatten wir den RSV förmlich eingeschnürt. Hätten wir da eine unsere Möglichkeiten zum Anschluss genutzt, wir hätten noch ein Remis geholt", legte sich Karsten Ditscheid fest.
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