Tennis: Schwachpunkt Doppel
VON GUIDO RADTKE - zuletzt aktualisiert: 28.07.2007Noch einen Spieltag hat der Solinger TC Gelegenheit, eine Begegnung in der Tennis-Bundesliga als Training zu nutzen. Nach der Partie gegen den Deutschen Meister Blau-Weiß Halle beginnt der Ernst der Saison.
Zeit, sich über Niederlagen zu ärgern und sie zu verdauen, bleibt nicht. Dazu wartet auf die Tennisprofis des Solinger TC jede Woche ein neues Match gegen Weltklasse-Leute, auf das sie sich freuen können. So hatte auch Clinton Thomson in Mannheim bereits gut eine halbe Stunde nach dem verlorenen Doppel schon wieder lächeln können. Andrew Reed, Motivations- und Konditionstrainer beim Aufsteiger, hatte neben Thomson auf einer Parkbank gesessen, viel mit ihm geredet und Fehleranalyse betrieben.
Mit Ausnahme des knapp verpassten ersten Erfolges in der Tennis-Bundesliga ist vor einer Woche alles nach Wunsch der Solinger verlaufen. Selbst haben sie einen Zähler auf dem eigenen Konto verbucht, zudem haben sich die Reutlingen und Nürnberg in dem Duell der beiden weiteren Abstiegskandidaten die Punkte geteilt. „Ich ärgere mich erst über die drei vergebenen Matchbälle von Lars Uebel und Clinton Thomson, wenn uns dieser eine Punkt aus Mannheim am letzten Spieltag den Klassenerhalt kostet“, sagt Karsten Saniter. „Noch aber sind wir voll im Soll und haben alles selbst in der Hand.“
Blau-Weiß Halle
Der Deutsche Meister Halle besitzt gute Chancen auf eine Titelverteidigung. So zeigten die Ostwestfalen dem bis dato ungeschlagenen Tabellenführer Blau-Weiß Krefeld die Grenzen auf und unterstrichen mit ihrem 6:0-Erfolg, wer tatsächlich ein Titelkandidat ist. Am morgigen Sonntag hat sich Halle mit einem Spieler angekündigt, gegen den der verletzte Michael Kohlmann gerne gespielt hätte: Alexander Waske – Kohlmanns Doppelpartner im deutschen Daviscup-Team. Der zweite gesetzte Spieler bei den Blau-Weißen ist der Österreicher Werner Aschauer.
Noch einen Spieltag befinden sich die Widderter im Lernprozess, erst dann beginnt in der Tennis-Bundesliga mit der Auswärtspartie gegen Blau-Weiß Krefeld der Ernst der Saison. Gegen den Deutschen Meister – egal in welcher Besetzung er am morgigen Sonntag in die Klingenstadt kommt – hat Karsten Saniter abermals lediglich das Ziel ausgegeben, am nächsten Schwachpunkt zu arbeiten. „Und das sind derzeit unsere Doppel.“ Während Lars Uebel, Sascha Klör und Marius Zay in Mannheim die ersten Einzel gewonnen haben, ist die Bilanz im Spiel zu Zweit nach vier Spieltagen noch bei Null.
Ins Schwitzen kommen
So stand für die drei in Solingen verbliebenen Tennisprofis mit Unterstützung von Matthias Huning intensives Doppel-Training auf dem Programm. „Es wird mir noch zu viel geballert und zu ungeduldig gespielt“, sagt Karsten Saniter. „Sollen die Gegner, wenn sie sich am Netz postiert haben, doch immer wieder den Volley spielen – irgendwann machen auch sie den Fehler.“ Erst dann, wenn man ins Schwitzen komme, weil die Ballwechsel länger werden, sei es ein gutes Doppel. Insbesondere mit Marius Zay und Sascha Klör hat der Coach gearbeitet. „Gegen Lars Burgsmüller und Daniel Elsner waren sie mutlos, weil sie sich unterlegen gefühlt haben – und sie haben es gezeigt.“ Das müsse sich ändern. Gegen Halle haben sie die Möglichkeit zu einander zu finden. An den Spieltagen danach gibt es kein Pardon mehr.
Tennis-Bundesliga: Solinger TC – Blau-Weiß Halle (Sonntag, 11 Uhr, Widdert).
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