Steile Karriere
VON SONJA BICK - zuletzt aktualisiert: 14.02.2007Eiskunstlauf, Fußball, Judo, Tennis, Leichtathletik – all das war nichts für Raphael Shakoor. Beim Radsport ist der 15-Jährige hingegen geblieben und darf sich mittlerweile Jugend-Nationalfahrer nennen.
Trainer ist optimistisch
Im kommenden Monat stehen für Raphael Shakoor die ersten Straßenrennen auf dem Programm. Dafür trainiert der 15-Jährige derzeit vier bis fünf Mal in der Woche. Neben Rad fahren stehen auch Schwimmen und Laufen auf dem Trainingsplan.
Wichtig für den Solinger, der für den RC Musketier Wuppertal an den Start geht, werden gute Ergebnisse bei Bundessichtungsrennen sein, um bei größeren und internationalen Rundfahrten starten zu dürfen. „Ich bin sicher, er wird sich auch in seinem zweiten Jahr in der Jugendklasse behaupten“, ist sein Trainer optimistisch.
Wer es innerhalb von nur drei Jahren in den Jugend-Nationalkader geschafft hat, dessen Karriere darf wohl durchaus als steil bezeichnet werden. Raphael Shakoor hat mit zwölf Jahren mit dem Radsport begonnen, drei Jahre später darf er das Trikot des Bundes Deutscher Radfahrer tragen.
Dabei hatte es zunächst gar nicht so ausgesehen, als würde der 15-Jährige mal auf den zwei schmalen Rädern landen. Mit drei Jahren eiferte er seiner drei Jahre älteren Schwester Viola nach und versuchte sich auf zwei schmalen Kufen. Beim Eiskunstlaufen blieb der Neuntklässler des Gymnasiums August-Dicke-Schule drei Jahre, danach zog es ihn zum Fußball. Judo machte er zwei Jahre, außerdem Leichtathletik und zwischenzeitlich einen Schnupperkurs im Tennis. Dass er schließlich beim Radsport landete und blieb, hat er seiner 18-jährigen Schwester zu verdanken. „Sie hat durch einen Zufall damit begonnen“, blickt Raphael Shakoor zurück, der seit Beginn an für den RC Musketier Wuppertal startet.
Dass es sich um die perfekte Sportart für ihn handelt, stellte der junge Sportler schnell fest. „Meine Eltern meinen, dass ich sehr viel Energie habe“, sagt der 15-Jährige. „Deshalb brauche ich eine Sportart, die sehr viel Energie kostet – und das ist beim Radsport so.“ Das Alter von zwölf Jahren benennt Raphael Shakoor hingegen als Maximalgrenze – „später sollte man nicht einsteigen“. Doch der Gymnasiast konnte bereits auf gute Grundlagen bauen, schließlich war er mit seiner Familie fast jedes Wochenende mit dem Fahrrad in Bonn am Rhein unterwegs. Er bekam sein erstes Rennrad, fuhr nach einem halben Jahr sein erstes Rennen und wurde immer erfolgreicher.
Auslöser für seine Berufung in den Nationalkader waren seine Erfolge im vergangenen Sommer und Herbst. Vor allem der erste Sieg im September: Bei einem Bundessichtungsrennen in Augsburg fuhr er in seiner Spezialdisziplin, dem Punktefahren, seinen Gegnern vor den Augen des Nationaltrainers davon. Hinzu kamen weitere Top-Platzierungen bei Bahnrennen, Straßenrennen und internationalen Rundfahrten. Mit dieser Erfolgsserie hatte Raphael Shakoor auf sich aufmerksam gemacht und erhielt im November die erhoffte Einladung in den Nationalkader. „Raphael hat ein großes Potenzial. Er kann sehr lange ein konstant hohes Tempo fahren und hat ein gutes Gespür für entscheidende Rennsituationen“, sagt sein Trainer Frank Heidinger. „Dadurch ist er für Solofluchten bestens geeignet.“
Erst im übernächsten Jahr wird sich der Radsportler auf Bahn- oder Straßenrennen spezialisieren. Derzeit ist er auf der Bahn erfolgreicher – „beides macht aber gleich viel Spaß“.
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