Fußball: Stürmischer Gegenwind
VON MICHAEL TESCH - zuletzt aktualisiert: 19.05.2007Nach viereinhalb Jahren als Jugendtrainer von Union Solingen verlässt Patrick Michaelis den Fußball-Verein. Die Trennung erfolgt allerdings nicht in Freundschaft. „Ich hätte mir mehr Respekt gewünscht“, erklärt der 30-Jährige.
Zum Abschluss gab es noch einmal einen Titel: Mit einem 3:0-Erfolg im Kreispokal-Endspiel gegen den TSV Aufderhöhe verabschiedeten die A-Junioren von Union Solingen ihren Trainer Patrick Michaelis. Bereits in der anstehenden Qualifikationsrunde zur Niederrheinliga wird Michaelis’ Nachfolger, der Ex-Oberliga-Torhüter der Ohligser Björn Scheffels, die Mannschaft betreuen. In der Saison 2005/06 war Scheffels bereits als Co-Trainer von Michaelis tätig gewesen.
Nach viereinhalb Jahren bei der Union hat Michaelis nun einen Schlussstrich gezogen. Der 30-Jährige war erst Trainer der Niederrhein-B-Junioren gewesen. Anschließend baute er eine neue A-Junioren-Mannschaft auf, mit der Michaelis den Aufstieg von der Leistungsklasse in die Niederrheinliga schaffte. Die vergangenen Saison beendete die Mannschaft als Fünfter. In diesem Jahr konnte zwar der Abstieg knapp verhindert werden, aber das Team muss nun in die Qualifikationsrunde – was Michaelis viel stürmischen Gegenwind einbrachte. Für den Trainer war der Saisonverlauf allerdings keine Überraschung: „Für mich war es klar, dass angesichts eines kompletten Neuaufbaus es schwer werden würde, erneut so eine gute Platzierung zu erreichen.“ An dieser wurde Michaelis’ Arbeit aber dennoch gemessen.
Zwiespältiges Verhältnis
Der scheidende Trainer macht keinen Hehl daraus, dass sein Verhältnis zu Teilen des Jugend-Vorstandes „zwiespältig“, also nicht mehr das Beste gewesen war. „Ich wurde zuletzt immer wieder in Frage gestellt – und dann stellt man sich natürlich auch selber die Frage, warum man sich das alles antut.“ Michaelis redet Klartext: „Alles fing damit an, als ich einen viel zu großen Kader verkleinern musste, weil es Anfang der Saison nicht zu der eigentlich geplanten Gründung eines A II-Teams gekommen war.“ Unter den Ausgemusterten war auch Björn Sträßer, Sohn des Vorstandsmitglieds Andreas Sträßer. „Und damit fing die Kritik an meiner Arbeit an. Andreas Sträßer hat ab diesem Tag permanent gegen mich gestichelt.“
Das Ergebnis ist bekannt. Der Union-Vorstand verpflichtete für die kommende Saison einen Nachfolger für den ungeliebten Trainer. Auch weil dieser in der Öffentlichkeit erklärt hatte, über eine Pause nachzudenken. „Vielleicht war das ein Fehler, denn so musste der Vorstand ja reagieren.“ Kann sich Michaelis erklären, warum er zuletzt so polarisiert hatte ? „Ja. Weil ich sage, was ich denke. Und weil die Erfolge, die ich erzielt habe, viele Neider hervorgerufen haben.“
Dem Fußball will Michaelis auch nach dem Abschied bei der Union verbunden bleiben: „Ich warte jetzt einmal ab, was für Angebote kommen.“ Auch eine Tätigkeit im Senioren-Bereich kann sich der Trainer vorstellen. Dass er auch in Zukunft erfolgreich arbeiten wird, steht für Michaelis außer Frage: „Ich habe einfach die Geilheit zum Erfolg.“
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