Tennis: Thomson rechtfertigt Wildcard
zuletzt aktualisiert: 05.09.2007Im Turnierbüro der „Düsseldorf Open“ um die Internationalen Meisterschaften vom Niederrhein geht ein Fax ein. Die Gerüchte, dass der Marokkaner Younes El Aynaoui für das Challenger-Turnier auf der Anlage der TG Nord absagt, wurden von der Association of Tennis Professionals (ATP) bestätigt. Turnierdirektor Björn Beinhauer ist konsterniert, war doch El Aynaoui eines der Zugpferde für das mit 50 000 Dollar dotierte Turnier. „El Aynaoui hat schon beim Turnier in Como verletzungsbedingt aufgegeben. Er hat es noch mal versucht, aber auch nach ärztlicher Prüfung geht es nicht“, erläutert Düsseldorf Open-Supervisor Hans-Jürgen Ochs. Der Marokkaner war einmal die Nummer 14 in der Welt.
Am Neusser Weg in Lohausen werden keine Spieler aus den Top 50 der Einzelweltrangliste auftauchen. Für die Topstars der Szene sind das Preisgeld und die Weltranglistenpunkte (50) nicht attraktiv genug. Zudem dürften sie an so genannten Challenger-Turnieren gar nicht teilnehmen, solange ein Grand Slam-Turnier, wie momentan die US Open laufen. „Deshalb musste ich auch die Anfrage von Fabrice Santoro, der Nummer 44 der Welt, nach einer Wild Card ablehnen“, so Beinhauer. Aber das nach dem World Team Cup zweitbedeutendste Tennis-Turnier in der Stadt hat trotzdem sportlichen Wert, denn bei Turnieren der zweiten Ebene des Tenniszirkus kommt es immer wieder zum Kampf Alt gegen Jung.
Ehrgeizige, aufstrebende Spieler, wie der 19-jährige Titelverteidiger Evgeny Korolev (Weltrangliste 81) oder der 23 Jahre alte Belgier Steve Darcis (136) und erfahrene Akteure, wie beispielsweise der 32-jährige Davis Cup-erfahrene Lars Burgsmüller, ehemals die Nummer 65 der Welt spielen in einem Feld. Korolev und Darcis haben noch vorige Woche bei den US Open um Punkte gekämpft. Und mit der Doppelpaarung Tomas Behrend/Christopher Kas kommen zwei der besten deutschen Doppelspieler direkt aus New York.
Aufgabe im dritten Satz
Auch Clinton Thomson gehörte zu den 32 Spielern aus dem Hauptfeld. Der Solinger hatte in der Vorwoche beim Landesauswahl-Turnier gute Leistungen gezeigt und wurde vom Verband mit einer Wildcard ausgestattet. Mit seiner Leistung gegen Yuri Shukin hat der 22-Jährige bestätigt, dass er sich zurecht bekommen hatte. Thomson hatte gegen den Russen im ersten Satz schon mit 4:1 geführt, als er noch den 5:5-Ausgleich hinnehmen musste. Es folgte das Rebreak und der Satzgewinn. „Leider habe ich das Match nicht zu Ende spielen können“, bedauerte Clinton Thomson, der sich Anfang des zweiten Satzes eine Muskelfaser-Reizung im Oberschenkel zugezogen hatte. Beim Stand von 7:5, 0:6, 0:4 gab der Deutsch-Australier auf. „Ich wollte nicht riskieren, dass ich womöglich für mehrere Wochen keine Turniere mehr spielen kann.“
Am heutigen Mittwoch will Thomson noch einmal in Lohausen auf den Platz zurückkehren und testen, ob er trotz der leichten Verletzung Doppel spielen kann. Zusammen mit Teamkollegen Gero Kretschmer trifft er auf Daniel Brands und Matthias Bachinger.
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