Unter "Schwertmaß" frei
VON THOMAS RADEMACHER - zuletzt aktualisiert: 21.04.2009Selten haben die Solingen Paladins die Gelegenheit, sich einem größeren Publikum zu präsentieren. Mit dem Charity Bowl ist den American Footballern ein schöne Veranstaltung gelungen, die Lust auf die Saison macht.
Ein Blick auf das Spielfeld im Walder Stadion beeindruckt. 22 Spieler stehen sich auf dem Feld gegenüber, mindestens doppelt so viele warten außerhalb der Seitenlinien, vier Schiedsrichter kümmern sich um die nötige Ordnung, und zahlreiche Helfer sorgen für die Details, die der Laie nur aus Fernsehübertragungen der amerikanischen Profiliga NFL kennt. Sogar Cheerleader heizen den Zuschauern auf der Tribüne ein.
Keine Frage, atmosphärisch fühlen sich Football-Fans beim Charity Bowl der Solingen Paladins von Beginn an wie zu Hause. Es ist das letzte Vorbereitungsspiel der American Footballer vor der in zwei Wochen beginnenden Verbandsliga-Saison. Der Gegner ist attraktiv. Die Cologne Crocodiles sind zu Gast, ein Verein, der 2000 die Deutsche Meisterschaft gewonnen und insgesamt 23 Jahre in der höchsten deutschen Liga gespielt hat. Doch die Kölner sind nicht mehr das, was sie einmal waren. Der Verein startet in dieser Saison einen Neuanfang in der Landesliga.
"Experten vermuten einen Durchmarsch der Mannschaft, weil viele aus dem alten Bundesligateam mitspielen", erläutert Sven Gust, der Zweite Vorsitzende der Paladins. So hochkarätig präsentierte sich die Truppe an der Jahnkampfbahn jedoch nicht. Immer wieder leistete sich der Kölner Quarterback, der verantwortliche Werfer eines Footballteams, Fehlwürfe in Richtung der Solinger Defensive, so dass die Paladins zumeist in der Offensive glänzen konnten.
Zwar klappte auch bei den Solingern nicht immer alles perfekt, doch die Truppe schaffte mit Quarterback Jens Merten locker die Touchdowns und gewann deutlich mit 29:0. Spannend war es also nicht, doch das war auch nicht so wichtig. Die Paladins stecken viel Arbeit in ihre Heimspiele und laden damit zum Wiederkommen ein. Sogar im Regen könnte es unter der überdachten Tribüne bei Showprogramm und amerikanischen Fast-Food-Spezialitäten gemütlich sein.
"Wir versuchen, viel zu bieten", erklärt Sven Gust. So sind in Zukunft auch einige Aktionen rund um das Mittelalterthema der Paladins geplant. Bereits jetzt erhalten Kinder unter "Schwertmaß", was in etwa 1,08 Meter sind, freien Eintritt und Süßigkeiten. "Wir werden die Heimspiele zu Ritterspielen machen", verspricht Gust. Sogar mittelalterliche Stände sind in Planung.
Für den Verkehrskindergarten
Der überwiegend amerikanisch gehaltene Charity Bowl war jedenfalls ein voller Erfolg. An den Verkehrskinderkarten spenden die Paladins ihren kompletten Umsatz. Bei 400 hungrigen und durstigen Zuschauern sind einige Euros zusammengekommen. "Das wird nicht die einzige Aktion für den Verkehrskindergarten gewesen sein", meint Sven Gust. "Die Einrichtung werden wir weiter unterstützen – wir haben es uns schon bei der Vereinsgründung auf die Fahnen geschrieben, soziales Engagement zu zeigen."
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