Schießsport: Von Nervosität keine Spur
VON GUIDO RADTKE - zuletzt aktualisiert: 30.07.2010Früh aufstehen muss Jessica Mager, wenn sie am Sonntag auf der Olympia-Anlage in München um eine Medaille bei den Weltmeisterschaften im Sportschießen kämpft. Der Luftgewehr-Wettbewerb beginnt um 8 Uhr.
Weltrangliste
Luftgewehr (10 Meter) – Damen: 1. (1.) Liuxi Wu (China) 2326 Punkte, 2. (2.) Siling Yi (China) 1732, 3. (7.) Snjezana Pejcic (Kroatien) 1427, 4. (52.) Sonja Pfeilschifter (München) 1107, 5. (5.) Jamie Beyerle (USA) 1086, 6. (3.) Katerina Emmons (Tschechien) 1024, 7. (9.) Beate Gauß (Ammerbuch) 882, 8. (6.) Nur Suryani Mohd Taibi (Malaysia) 736, 9. (4.) Lioubov Galkina (Russland) 690, 10. (35.) Jessica Mager (Solingen) 657.
Die letzten Tage vor ihrem großen internationalen Auftritt genießt Jessica Mager in einer beschaulichen Hofschaft in Traunstein. "Ich habe so lange keinen Urlaub mehr gemacht. Da habe ich einfach die Gelegenheit genutzt, nach dem Trainingswochenende gleich in Bayern zu bleiben."
Drei Tage hatte die 22-Jährige auf der Olympia-Anlage in München-Garching trainiert, wo sie am Sonntag mit dem Luftgewehr bei den Weltmeisterschaften um eine Medaille kämpfen wird. "Ich hätte am Sonntagabend auch wieder die sechs Stunden mit dem Auto zurück nach Hause nach Solingen fahren können, um mich am Donnerstagabend wieder auf den Weg nach München zu machen." Auf diesen Stress hat Jessica Mager verzichtet.
Als eine der ersten Sportschützen kämpft Jessica Mager am Sonntagvormittag bei der 50. ISSF Weltmeisterschaft, die bis zum 11. August ausgetragen wird, um eine Medaille. 103 Nationen haben 2281 Schützen gemeldet, durch die Teilnahme an mehreren Wettbewerben kommt es zu 3650 Starts.
Alleine in der Disziplin Luftgewehr (10 Meter) der Damen liegen so viele Meldungen vor, dass nicht alle Teilnehmerinnen gleichzeitig antreten können und der Vorkampf somit in zwei Durchgängen ausgetragen werden muss. "Wenn ich es mir aussuchen könnte, würde ich natürlich lieber um 9.45 Uhr schießen", gibt Jessica Mager offen zu. Alternativ kommt ein Start im ersten Durchgang infrage, der bereits um 8 Uhr angesetzt ist – für Sportschützen im Übrigen eine ganz normale Wettkampfzeit.
Vorfreude auf die Eröffnungsfeier
Von Nervosität oder Anspannung ist bei Jessica Mager vor der Weltmeisterschaft keine Spur. Wenn sie von den unmittelbaren Vorbereitungen auf die Titelkämpfe erzählt, klingt Begeisterung durch. So freut sich die EM-Dritte bereits auf die feierliche Eröffnung, die am heutigen Freitag ab 15.30 Uhr auf dem Marienplatz in der Münchner Innenstadt stattfinden wird. Die ehrenvolle Aufgabe, die Fahne des Internationalen Schießsportverbandes (ISSF) zu tragen, überlässt die Jüngste aus dem deutschen Luftgewehr-Trio unter anderen ihren Teamkolleginnen Sonja Pfeilschifter (Ismaning) und Beate Gauß (Ammerbruch).
Favorit im Teamwettbewerb
Wie schon bei den Europameisterschaften Anfang des Jahres in Norwegen gelten Mager, Gauß und Pfeilschifter als erste Anwärterinnen auf den Gewinn der Goldmedaille im Mannschaftswettbewerb. Nicht zuletzt, weil alle drei auch zu den zehn besten Luftgewehrschützinnen der Welt gehören. Mit ihrem dritten Rang zuletzt beim Weltcup in Belgrad ist die für den Bundesligisten Post SV Düsseldorf startende Solingerin erstmals in die Top Ten vorgedrungen. Bekannt für ihre Nervenstärke in der Finalrunde zählt Jessica Mager am Sonntag zum großen Kreis der Medaillenanwärter. Aber dafür muss sich die 23-Jährige erst einmal am frühen Morgen qualifizieren. "Das wird schon schwer genug."
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