Weihnachtsgefühle
VON GUIDO RADTKE - zuletzt aktualisiert: 13.10.2007Rund 17 Monate hatte Frank Ottehenning improvisieren müssen. Nachdem die alte Trainingsstätte den Flammen zu Opfer gefallen war, hat die Internationale Burma Boxing Organisation eine neue Heimat gefunden.
Frank Ottehenning ist kein Typ, der schnell aufgibt. Gründe hätte er viele gehabt, von seinem Projekt Abstand zu nehmen. Als in der Nacht vom 8. auf den 9. April 2006 die alte Trainingsstätte der „Internationalen Burma-Boxing-Organisation Germany“ (I.B.B.O.) an der Konrad-Adenauer-Straße bis auf die Grundmauern niedergebrannt war, hatte Frank Ottehenning vor dem Nichts gestanden. „Wir hatten zwar schnell neue Räumlichkeiten gefunden, und auch die Versicherung hatte schnelle finanzielle Hilfe signalisiert“, blickt Frank Ottehenning zurück. „Doch dann hat irgendjemand das Gerücht in die Welt gesetzt, wir hätten unser Studio selbst in Brand gesetzt.“
Rund 17 Monate hat es schließlich gedauert, bis die Versicherung das Geld freigab. „Das ist auch nur deswegen passiert, weil wir auf das Vereinsgesetz gepocht haben.“ Und dann ging alles ganz schnell: Zusammen mit seiner Frau Marika, Dominik Skubisz sowie einem weiteren Kollegen machten Frank Ottehenning aus den grauen Räumlichkeiten im Gewerbepark Blasberg am Merscheider Busch innerhalb von nur drei Wochen ein Kampfsport-Studio. Mehr als 30 000 Euro hat Ottehenning als Präsident der I.B.B.O. unter anderem für Sandsäcke, Matten, einen Boxring, Fitnessgeräte sowie eine Überwachungsanlage investiert. „Das erste Training auf den weichen Matten war für uns alle wie Weihnachten“, sagt Frank Ottehenning und strahlt.
I.B.B.O. Germany
60 Mitglieder hatten bei der „Internationalen Burma Boxing Organisation“ (I.B.B.O.) in der alten Trainingsstätte an der Konrad-Adenauer-Straße vor dem Brand trainiert. Anderthalb Jahre später sind davon zehn übrig geblieben, die trotz der widrigen Umstände weiter trainiert haben. Nach dem Ende der Umbauarbeiten ist aber auch schon ein neues Mitglied hinzu gekommen: Martin Felsberg, Mitarbeiter der Firma Pro-Press, die im gleichen Haus am Merscheider Busch ansässig ist.
Bei der I.B.B.O. wird die traditionelle Kampfkunst Burmas (Myanma Leth-wie) als Selbstverteidigung praktiziert und mit modernen Elementen des Thai und Kickboxtrainings verbunden.
Die Zeit unmittelbar nach dem Brand hatte der Trainer mit Trainingseinheiten in einem Zelt vor der hauseigenen Garage überbrückt. Anschließend wurde am Merscheider Busch weiter trainiert. Provisorisch wurde der Boden mit Teppich versehen. „Das war immer noch besser als auf Asphalt zu trainieren.“ Aber immer noch so unzureichend, dass vor allem die älteren Thai- und Kick- sowie Burmaboxer abgewandert sind. „Alle haben aber versprochen wiederzukommen. Die meisten sind derzeit noch an ihre neuen Verträge gebunden.“ So war die einst 60 Mitglieder zählende I.B.B.O. in anderthalb Jahren auf zehn Kampfsportler geschrumpft. Ali Osman und Guiseppe Sansone sind die ersten beiden Rückkehrer, die damit ein Zeichen setzten.
Dank an den Hausverwalter
„Ich habe nach dem Brand gesagt: Ich mache weiter – egal wie und wo.“ Nun hofft Frank Ottehenning, dass es in den hellen Räumlichkeiten im Gewerbepark wieder richtig losgeht. „Wenn der Hausverwalter nicht gewesen wäre, der ein Jahr lang auf die Miete gewartet hätte, wäre unsere Organisation schon lange kaputt gewesen.“ 15 000 Flyer will der I.B.B.O.-Präsident nun unter die Leute bringen und neben dem Thai- und Kickboxen auch das Profiboxen in Merscheid etablieren. Frank Ottehenning ist eben ein ehrgeiziger Typ.
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