Baseball: Wenn die Werfer schlagen dürfen
VON THOMAS RADEMACHER - zuletzt aktualisiert: 28.06.2010Die lange Fahrt zum Auswärtsspiel in Hamburg war für die Alligators von Erfolg gekrönt. Das ist allerdings das einzig sportlich Positive, was die Solinger Baseballer den Bundesliga-Partien bei den HSV Stealers abgewinnen können. Gegenwehr leisteten die Hamburger beim 1:10 und 0:11 wenig.
"Gerne hätten wir zwei umkämpftere Begegnungen absolviert, bevor wir am kommenden Wochenende zum Spitzenspiel nach Paderborn müssen", resümiert Andy Fleischacker. Der Alligators-Trainer musste keine Sekunde um die Siege seiner Mannschaft bangen, so locker hatten es die HSV Hamburg Stealers in den Bundesliga-Partien gegen die Solinger Baseballer angehen lassen.
Vielleicht hatten sich die Hanseaten schon im Vorfeld gegen den scheinbar übermächtigen Kontrahenten aufgegeben. Schließlich hatte Corey Parsons den Verein plötzlich in Richtung Heimat verlassen. "Er hatte wohl Heimweh. Das ist unsere Information", meint Andy Fleischacker. Parsons flog zurück nach Kanada. Dazu fehlte mit Brehan Murphy ein weiterer US-Amerikaner und damit der Short Stop des Teams auf Grund eines Fotoshootings. Murphy arbeitet als Model.
Bereits im dritten Durchgang des ersten Spiels war die Partie zu Gunsten der Solinger entschieden. Die Alligators markierten neun Punkte gegen Werfer Jens Hawlitzky und mussten das Ergebnis nur noch verwalten. Bis zum Ende des Duells überzeugten vor allem Dominik Wulf mit drei und Evan Porter mit vier Treffern. Porter schlug sogar einen Homerun. Wenig gefordert wurden die Solinger Pitcher. André Hughes und Jens Cornelsen absolvierten das erste Spiel problemlos. Josh Rickards und Nils Hartkopf blieben in der zweiten Partie sogar ohne Gegenpunkte. Rickards markierte dabei neun Strike-outs – Tagesbestleistung.
Julian Steinberg leerte die Bases
Offensiv lief es bei den Solingern beim 11:0 im zweiten Duell noch runder als zuvor. Julian Steinberg schlug gleich vier Punkte herein. Bei geladenen Bases leerte er die Platten mit einem perfekten Schlag, der es ihm selbst ermöglichte, das dritte Kissen zu erreichen. Paul Rutgers gelangen in beiden Partien je zwei Treffer und erzielte Punkte. Patrick Maat, der aufgrund von Parsons' Weggang notgedrungen auf den HSV-Wurfhügel musste, bekam die Solinger Offensive nie in den Griff.
Entsprechend locker konnte der Alligators-Trainer mit der Begegnung umgehen. Fleischacker gönnte sogar seinen Etat-Pitchern Sebastian Bernards und Jens Cornelsen jeweils einen Schlagauftritt. Von Erfolg gekrönt waren die beiden Versuche zwar nicht, doch das änderte freilich wenig an Fleischackers Fazit: "Wir haben das erreicht, was wir erreichen sollten."
Nicht in die Falle getappt
Trotzdem war der Coach nicht hundertprozentig zufrieden. "Wir hatten zeitweise große Probleme, mit den langsamen Würfen klar zu kommen", sagt der Coach. So gelangen der Mannschaft gegen das schwache Pitching zu wenig Treffer. "Ich bin aber froh, dass wir nach der harten Europacup-Woche und vor dem schweren Spiel gegen Paderborn nicht auf dem falschen Fuß erwischt worden sind." Der Deutsche Meister, die Heidenheim Heideköpfe, hatte nach seinem Europapokal größere Probleme, wieder in den Bundesliga-Trott zurück zu finden. "In diese Falle sind wir nicht hineingetappt."
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